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verdummen; er reicht ihnen den Honig der Wahrheit, um ihre Lippenzu vergiften." *)
„Also will Gott die Sünde?"
„Er will sie, er bestimmt sie, er reizt uns zu ihr an."
Der freie Wille.
Nach einem Augenblicke des Schweigens sprach Gerhard: „Alsoist cs Gott, der uns Bucer gesandt hat, damit er unsere Nonnenschände, unsere Kirchen bestehle, unsre Priester verjage und den Gräuelder Verwüstung nach Straßburg bringe."
„Wenn Bucer schulvig ist," erwiederte der Ealvinist, „so ist seinWerk das Werk Gottes, so auch die Blutschande Absolons, dasWüthen Achabs, der Verrath des Judas und der Gottesmord der Ju-den. Satan sprach durch den Mund des Judas: Was wollt ihrmir geben, wenn ich ihn euch ausliefre? Satan schrie: „tolle! tolle!"Aber Satan ist nur der Diener des Allerhöchsten, sein unterthänigerSklave, der weder Etwas thut, noch thun kann, ohne den Befehl Got-tes, dem er gehorchen muß, er mag wollen oder nicht, wie der Thondem Finger gehorcht, der ihn knetet. Gott ruft dem Teufel und sagtzu ihm: nimm Besitz von diesem Leibe, ich übergebe ihn dir; und Sa-tan, der Diener des göttlichen Zorns, fährt schneller hinweg als derBlitz. Gott hat die arme Creatur im Voraus geblendet; er hat sieverhärtet und zur Sünde angetrieben, indem er ihr die Kraft nahm."^)
„Also ist der Mensch im Sinne deines Meisters nicht frei?" sprachGerhard.
„Das ist eine gewichtige Frage, die Frage von der Freiheit, welche
1) lsicce vocein nck ebs clirigil, seä ul innzis odsurclescant, Incein accen-oit, secl ut reelilantnr cneeiores; tjactrinnm grotort, secl nun inagisodstu gescunt: reineclium scllridet, secl ne sanentur. Dnlv. Inst. Iil>. 3.cag. 24, n.. 13.
2> Inst. I. I.
3) Jdsalon lncesto coitu g.itris torum polluens cketestadile scelus nerpc-trst; Deus Minen doc ogus esse gronuncint. Inst. lili. g.
4) last. lib. g.
Selbst die Poesie des sechszchnten Jahrhunderts verschmähte es nicht, vonTheologie zu reden. Folgenden Titel führt ein sehr seltenes Buch, welches imJabrc 1559 erschien:
Des ciisgutes elv Ovillot le poreker et 6e l.i Ilen-ere äe 8t. Denisen Drance, eontre 3enn D.ilin, Dreclicsnt <Ie tlen'esue, I'sris, garkierre Daultier." Das Werk ist in der Ferm von Dialogen geschrieben.
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