Calvin begegnete endlich der Frau des hohen Liedes, sie war einwenig schwär; von Haut, sagt die Chronik, aber schön und Wohlgestalt;die Wiltwe eines Wiedertäufers, dessen Haus er in Straßburg häufigbesuchte und den er bekehrt hatte: sie hieß Jdelctte oder Odclette vonBures, ihr Mann hieß Störder. Wenn man den protestantischen Be-richten Glauben schenken darf, waren alle Frauen der ReformatorenCngel an Milde, Bescheidenheit und Sittsamkeit, von Gott eigensgeschaffen, zum Schmucke und zur Ehre ihrer Gatten. LukasKranach hinterließ uns ein Porträt der Katharina von Bora, desWeibes Luther'S, mit glühend rothen Wangen, blonden Haaren undseidenen Augenwimpern: eine Schönheit, wie man sie bei Rubensfindet. Beza schildert uns Jdelctte als eine ansehnliche, ehrbare undauserwählte Frau. s)
Calvins Hochzeit wurde in der Familie gefeiert; die Konsistorienvon Ncufchatel und Valengin wurden durch ihre ausgezeichnetsten Mit-glieder vertreten. Bei der Tafel sang man deutsche und französischeLieder. Jdelette war eine gute Hausfrau, sehr emsig und rein-lich. Sie brachte ihrem Bräutigame mehrere Kinder mit, die sie vonStörder hatte und mit wahrer Mutterliebe liebte. Calvin selbst gibtihr dieses schöne Zeugniß und fügt hinzu, daß sie ein Muster allerhäuslichen Tugenden gewesen sei.
Papprius Masson und Jacobus Dcsmay schrieben, Calvin habekein Kind gehabt; — und Florimond de Raemond sagte, „seine Ehesei zu ewiger Unfruchtbarkeit verdammt gewesen, obwohl Jdelette jungunv schön gewesen sei." Das ist ein Jrrthum, den Beza widerlegt.Es ist gewiß, daß Calvin ein Kind hatte, das bei der Geburt starb.Calvin ertrug diesen Verlust mit einem gar zu heidnischen Gleichmuthc.Der Pathe war gewählt, aber die Mutter that sich wehe und kam vor-der Zeit nieder: zwei Zeilen an Virct berichten uns dieses Unglück:„Mein Bruder wird dir sagen, in welcher Angst ich bin: meine Frauist mit einem todten Kinde niedcrgekommen; Gott wache über uns."
An einem andern Orte sagt er: „Der Herr wollte uns mit dem Todedieses Kindes strafen: er ist aber ein Vater, der wohl weiß, was sei-nem Sohne gut ist. Der Herr sei mit dir. Ich wollte, daß es dir
t) Uravis, llonestsgno kneiNins er lectissinM2s 8ingul»ns excmpli toeniins.
4) Lxock enim parturit non sinü öxwemo periculo, gnock nonckuin uteru»gsrtui MiNurus erst; sock Deus resgiciat nos. Lg. 508. Lck Laus.