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destination Calvin weniger Sorge machte, als die Heirath seines Colle-ge». Man sieht, daß seine Geduld erschöpft, daß der junge Mann,mit seinem strengen Aeußern, dessen Lippen ebensowenig gewohnt warenzu lachen, wie sein Styl, der Rolle eines Unterhändlers, die er soschlecht gespielt hat, müde ist. In Deutschland werden alle wichtigen An-gelegenheiten bei Tische verhandelt, bei zwei Humpen Bier. Calvinliebte weder das Bier, noch das Wirthshaus. Viret hatte einen schlech-ten Brautwerber gewählt. Wenn je ein Theologe in der Welt unge-schickt war, junge Töchter zu verhcirathen, so ist es Calvin. Luther,der Pamphletist, Redner, Theologe, Dichter und Musiker wäre bei einemsolchen Geschäfte nicht fehlgegangcn. Er hätte den Vater zu sich kom-men lassen, hätte ihm volle Gläser mit Rheinwein vorgesetzt, den erin dem Keller eines Klosters gestohlen, und hätte die Ohren seines Ga-stes vollgestopft mit Ausfällen gegen die Mönche, das Cölibat, denPapst und die Bischöfe; die letzte Bouteille wäre nicht geleert worden,ohne daß der Vater nicht eingeschlagen hätte. Calvin schrieb an Viret:„Komme hieher, komme und bringe deine Sache selbst in Ordnung."Viret konnte von seiner Stelle nicht abkommen. Der Vater wurde amEnde unwillig und erklärte, er werde seine Tochter nach Genf undnicht nach Lausanne verhcirathen. Calvin wollte nur nachgeben wenngar nichts mehr nützen konnte. Er sagte zum Vater: „Es würde sichnicht für uns schicken, unsre Kirchen zu verlassen und unfern Frauen'nachzugehen; es wäre eine unselige Heirath, wenn sie unter solchen Be-dingungen geschlossen würde, ein gottloses Bündniß, das beide Theile be-klagen müßten, ein schlimmes Beispiel, das ihr der Stadt geben wür-det. Ueberdicß ist Lausanne nicht so weit von Genf entfernt, daß ihrnicht hinkommen könntet, so oft ihr wolltet."
Der Vater wollte keine Zusprache hören.
Calvin suchte Viret dadurch zu trösten, daß er ihm eine Wittwezur Frau anbot, von der man viel Gutes sagte.
Farel hatte nicht Zeit, lange zu warten, wie Calvin und Viret. SeinRücken war vom Alter gebückt, seine Haare waren ganz weiß; seinschöner, rother Bart hatte die Farbe des Schnees angenommen; ersuchte weniger eine Frau, als eine Schwester der Barmherzigkeit: erfand sie in der Person seiner Magd.
1) Ostenlli qu-im köret »bsurckum uüs relietis ecelesiis, sequi quo uxo-res voearent, iukeli.x köre coujugium quoll j,ue leire saneitum kuret.lUss. Oen.
2) De qusllum villua locutus ert quam tibi Lsserit mire placoro.