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1 (1843)
Entstehung
Seite
239
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die zu jenen Zeiten allgemein herrschte, welch-n Krankheiten und Un-fälle oft auf ein schlechtes Lager warfen. Ter Reiche war gewöhnlichein großer Vasall, den es nach den Schätzen der Abteien gelüstete,nach den Gütern, die denselben gehörten, nach den Kelchen der Sacristci:er arbeitete nach allen Kräften an der Emancipation der Klöster. Beijeder Secularisation eines Klosters erwarb er eine Wiese, einen Wein-berg, ein Gebäude, von dem man ihm nur die Gülte zahlte. Der ver-wiesene Priester hatte nun zwischen zwei Entschlüssen die Wahl, wennsich die Thüre des Armen nicht mehr öffnen konnte: er mußte sich anden Magistrat wenden, seinen Glauben verläugnen und sich verhcira-then, oder die Straße der Verbannung Anschlägen. Diesen Weg, dervon Dieben beunruhigt war, die ihn vielleicht hätten weiter ziehenlassen, hielten die bewaffneten Leute großer Herrn besetzt, die den Prie-ster wie einen lästigen Erben tödtetcn. Sickingen hatte nahe vor denThoren von Straßburg große Besitzungen und war da gewohnt dieserasche Gerichtsbarkeit auszuübcn. Wenn ihn der Weg der kontro-verse nicht zum Ziele führte, bediente er sich des Wassers oder desSchwertes. l Ihr werdet nun die Schwäche der katholischen Priesterbegreifen. In Straßburg war sic größer, als in jeder andern Kirche,weil die Lehnsleute des Reiches dasselbe wie ein Netz umwickelten. DerFall warum so auffallender, je reicher die Beute war, welche der Magi-strat dem Schuldigen anbot. Die ergiebigste Pfarre der Stadt gab ereinem Verweser, welcher in der Sonntagspredigt dieBänke selbst zum Kaufeausgerufen hatte. Die Reformation hat nicht nöthig, aus diese sotheuer erkauften Bekehrungen stolz zu sein. Beza und Laplace habenin diesen erzwungenen Heirathen nur den Finger Gottes gesehen; wennes ihnen gefallen hätte, würden sie bei der Priesterhochzeit eine ganzin Eisen gerüstete Erscheinung gefunden haben, mit stählernen Hand-schuhen wie mit Adlerskrallen bewehrt: als ersten Zeugen und Ehren-jungen der beiden Brautleute.

Die Heirath Ealvins war für Straßburg ein freudiges Ereigniß:in Genf würde sie kein Aufsehen gemacht haben. Ealvin träumte schonseit langer Zeit davon. Mitten in seinen literarischen Belästigungen,in seine Bücher vertieft, den Kopf voll von seinem Commentare überden Brief an die Römer und von seiner Abhandlung über das Abend-mahl, war er mit seinen vertrautesten Freunden bemüht, eine Frau zu

1) Sickingen hatte noch ein drittes Mittel, um den Reisenden znm Evangelium zubekehren:Lmasculalmt virmn."

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