schen Priester seine Schlangenhaut abreißcn. Er fährt aber fort, inGenf mit diesen reissenden Wölfen zu leben, das Wort Gottes mitihnen zu verkünden, Gott in einem Tempel mit ihnen anzubeten undan demselben Communiontische mit ihnen nicderzuknieen. Nur damals,als er sie die Hand an das Rauchfaß legen iah, dessen sie sich be-mächtigten, gab er sie der Verachtung christlicher Seelen preis.
XIX. Kapitel.
Calvin in Straßburg. — Seine Heirath.15LS 1540
Religiöses Aussehen Straßburgs. — Johann Sturm. — Capito. — Hedio. — Buccr. —Pricstercheu und um welchen Preis sie zu Stande kamen. — Culviu's Ankunst imStraßburg. — Er wird zum Professor der Theologie ernannt. — Er ist bemüht,Viret zu verheirathcn. — Er selbst hcirathct Jdelettc Stördcr. — Er verliertseinen Erstgebornen ohne eine Thränc zu vergießen. —
Heil dir, du Straßburg im Mittelalter, du Stadt der Malereiund Bildhauerei, der Philosophie und freien Künste! Athen, durchdie Höflichkeit deiner Sprache; Venedig durch deine Liebe zu den Wis-senschaften; Wittenberg, durch deine theologischen Zwiste und Rom so-gar durch deine Kirchen. Deine Kathedrale kann mit St. Petrus ver-glichen werden. Fra Giacondo, Titian und Leonardo da Vinci habensie gesehen, aber ohne die Wunder der Arbeit Steinbachs zu begreifen.Es wird eine Zeit kommen, in welcher dein großes steinernes Helden-gedicht der Gegenstand abgöttischer Verehrung sein wird; dann wirdman zu diesen göttlichen Einfällen, fantastischen Arabesken und inStein gehauenen Spitzen, pilgern und vor ihnen niederknieen; Raphaelkonnte sie in den Logen des Vatikans weder an Anmuth noch an Ma-nigfaltigkeit übertreffen.