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Lossprechung nur durch die Gunst einiger schlechten Leute erlangenkonnte. O herrliches Amt, das sie gestohlen haben und nun verwal-ten, wie sie cs an sich gebracht haben! Es vergeht kein Tag, an wel-chem sie nicht durch Männer, Frauen, oder sogar Kinder einer Untreueüberführt werden."
Dieses Schreiben weckt eine wichtige Frage auf.
Wenn die Prediger, welche in Genf Calvins Stelle einnehmen,„reißende Wolfe" sind, was ist dann er? Von wem wurde er aus-gesandt, wer hat ihm die Hände aufgelegt, wer hat ihm das Sakra-ment der Priesterweihe ertheilt? Wenn er seine Sendung durch deuAufruhr erhielt, hat der Aufruhr dieselbe auch einem Andern erthei-lcn können. Herr Vinet behauptet, „der Mann, dessen Amt cs ist, diedurch unfehlbare Menschen anfgetragcnc Botschaft immerfort zu verkünden,habe kein anderes Zeichen der Sendung nothwendig, als seine Treue in derErfüllung einer Botschaft, welche Allen bekannt und den FähigkeitenAller angemessen ist." Gut! Wenn die Stirne ihrer Nachfolger despricsterlichen Zeichens beraubt werden sollten, müßten dieselben in ihremGlauben gefehlt haben. „Die Auflegung der Hände, sagt Calvin,welche slattsindct, wenn wahre Priester in ihr Amt eingesetzt wer-den, ist kein leerer Gebrauch, sondern ein Zeichen der geistigen GnadeGottes." Warum entzieht er denn aber diese Gnade dem Quardian derFranziscancr? Unterscheidet er sich in der Lehre von den legitimenPredigern? Sage er uns doch, welches ist die Regel der Lehre derKirche, das Glaubensbekenntniß? Wer setzt dieses Bekenntniß auf?Die Prediger: also ist es die Lehre, welche die Prediger richtet, unddie Prediger richten die Lehre; welch ein Chaos! Welch ein Abgrund!Der Franciscaner hat aber das Formular Farels beschworen, was willihm Calvin vorwerfen? Eine bekannte Hurerei; dem zweiten eine rafsi-nirtc Heuchelei; und dem dritten eine sprüchwbrtliche Zote. Wozu be-diente er sich aber damals jener schrecklichen Waffe, der Exeommuni-cation, die er sich wie eine Beute aneignetc? Weil er keine jungeFrau, deren Haare allzuweit über die Schläfe herabficlen, aus der Kirchejagen konnte, mußte er seinen Zorn an diesem Klvsterquardian aus-lassen, welcher mit seinem Aussatze der Sündhaftigkeit in den Tempelkam: weil er nicht gegen die Eidgenossen zu Felde ziehen konnte, mußteer seinen unwissenden Zuhörer in den heiligen Wissenschaften unterrich-ten; weil er den armen Handwerkern, welche Karten spielten, dasAbendmahl nicht mehr vorenthalten konnte, mußte er seinem heuchleri-
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