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Hieronymus nicht der Glaube Pauls Hl. sei. Herrliche Einheit! zuwelcher sich Jeder flüchten muß, welcher sich einen Christen nennt,wenn er sich nicht der Empörung schuldig machen will: selbst wenn dieHirten nicht gewesen wären wie Christus war, milde und sanftmüthig,wenn sie nur den ihnen vom Erlöser anvertrauten Schatz unangetastetbewahrt hätten. Was liegt daran, ob das Licht der Sonne sich aufeinige Augenblicke verbirgt, wenn nur die Sonne selbst bleibt!
Nachdem er dieses Thema nach allen Richtungen erschöpft hat, ver-setzt er sich in Gedanken in den Moment, in welchem die Welt ihrerletzten Stunde nahe ist; die Trompette die Todten zusammenruft undder oberste Richter an der Höhe des Himmels erscheint, um die Erdezu richten. Dann stellt er uns zwei Seelen vor, welche ihren Urtheils-spruch erwarten: die eine hat in der Einheit gelebt, die andre hat sichgewaltsam von ihr losgetrcnnt.
Die gläubige Seele wendet sich zu ihrem Erlöser und sprichtzu ihm:
Herr, mein Gott! Im Schooße deiner Kirche geboren und erzo-gen, habe ich immer ihre Gebote so beobachtet, als wenn ich sie ausdeinem Munde vernommen hätte. Ich sah Manche von den Neuerernzu mir kommen, mit der Bibel in der Hand, sie wollten mein Herzbeunruhigen, die Vergangenheit beschimpfen, meine Mutter beleidige»,Ungehorsam und Aufruhr predigen: ich bin standhaft geblieben, treudem Glauben meiner Väter, dem Glauben unserer Lehrer, unserer Hei-ligen, dem Worte unserer Seelsorger. Ungeachtet des Aufwandes undder Pracht, mit der sich einige unserer Päpste bekleideten, unerachtetihrer ärgerlichen Sitten und des Gepränges ihrer Würden, welchemeine Augen blendeten, gehorchte ich ihnen, ohne sie zu richten, icharme Seele, deren Stirne das Mal der Sünde trägt. Siehe, ich er-scheine vor deinem Richterstuhle, o Herr und flehe dich an, nicht umdeine Gerechtigkeit, sondern um deine Barmherzigkeit!
Dann wird der Richter die Seele des Neuerers vor sich rufen.
Höre mich o Herr, wird die Seele sagen, und richte mich! BeimAnblicke unserer oft so stolzen, so reichen, oft mit Geld und Sündenganz überhäuften Priester, fühlte ich mich vom Zorne hingerissen; ich,die ich in Betrachtung deines heiligen Wortes lebte und dürftig gebliebenwäre in einer Kirche, in welcher mein Mühen und mein Wissen mirdie Thüre der Aemter hätte öffnen sollen, fühlte mich im innersten mei-nes Herzens gekränkt. Ich nahm die Feder in die Hand und griffunsere Seelsorger an, um ihre Autorität zu zernichten; ich griff ihreLehre an und verwarf Alles, was sie lehrten: die Liturgie, das Fasten,