Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
199
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war ein Schwert, was er sogar an die Haare einer armen Frau legteund auf den Rücken eines Kartenspielers. Calvin sagte uns, es seidie Stimme Gottes gewesen, welche ihn durch den Mund Farels ge-nothigt habe, in Genf zu bleiben. Sehen wir, welches Schauspieluns diese Stadt nach dem Verlauf zweier Jahre darbietet. Die Fa-milien sind entzweit; man kann keinen Schritt thun, ohne einem Mör-der, einem Gauner, Spitzbuben oder Bankrotirer zu begegnen. DieWeinschenken sind voll von Spionen; der geschmeidige Charakter desVolks ist mürrisch, unruhig und mißtrauisch geworden; um Seelen,welche nicht an das Formular glauben wollten, der Rache des Volkskenntlich zu machen, wurden eigene, neue Worte erfunden; eine Secte,welche man die Secte der Libertiner nennt, und die nach Calvin's An-gabe aus zügellosen, streitsüchtigen, hurerischen Leuten bestand, spottetlaut über das Evangelium; es ist verboten über den rothen Bart Fa-rel's und die eingefallenen Backen Calvin's zu lachen, bei einer Strafemit geistigen und körperlichen Banden; die Obrigkeit ist von der Kan-zel herab durch die Verkünder des Evangeliums beleidigt worden, welcheunerachtet des Befehls, den der Senat an sie erließ, zu predigenfortfuhren, obwohl sie seine Souveränität anerkannt hatten; im Tem-pel wurde ein entsetzliches Aergerniß dadurch gegeben, daß man denGläubigen den Zutritt zum Abendmahl verweigerte. Wir schreibenGeschichten, keinen Roman in der Weise der Bekenntnisse Bonnivard's,oder des Syndicus Roset.

Bei der Ankunft Calvin's war die religiöse Revolution vollendet.Die Schwester de Jussie wohnte allen Verwandlungen des Schauspielsbei, welches auf Kosten alles dessen, was dem Menschen heilig ist, ge-spielt wurde: auf Kosten seines innern Wesens, feiner moralischen undphysischen Freiheit, seiner politischen Neigungen. Die Reformation schliefauf Trümmern. Calvin weckte sie auf, impfte ihr seine Arglist, seineEitelkeit, seinen Zorn, seine Unduldsamkeit und seine Heuchelei ein.Wenn sie die Bilder nicht mehr stürzte, wie sie es unter Farel's Lei-tung that, besang sie den Sturz derselben in der Form von Lobliedernfür den Herrn; wenn sie das Blut der Katholiken nicht mehr vergoß,so geschah es, weil ihr der Katholicismus keines mehr zu bieten hatte:da ging sic nun an das Gewissen, um es zu quälen, und suchte desVolkes Vorliebe für seine Freiheit zu ersticken.

Während die katholische Lehre immer die nämliche blieb, hatte dieProtestantische von jedem neuen Lehrer neue Umgestaltungen zu erdul-

1) lleUre sur I'tli'stoire ckv Oenvvo par All tlalille kietet.