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1 (1843)
Entstehung
Seite
195
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sie möchten die Annahme bestätigen, damit jeder Streit beseitigtbliebe.

Die Vaterlandsfreunde waren hoch erfreut über diesen gefaßtenBeschluß, denn sie wußten, daß sich Calvin demselben nicht unter-werfen, daß er, im Falle er seinem Versprechen nicht untreu wäre,jede äußere Form zurückwcisen würde, welche an ein katholisches Sym-bol erinnern könnte. Es ist gewiß, daß sie in beiden Rathsab-theilungen zahlreiche Anhänger hatten und insbesondre unter dem Volke,welches die Pracht seines alten Gottesdienstes vermißte und sich nichtan die Religion gewöhnen konnte, die so bleich und mager war wiederjenige, der sie nach Genf gebracht hatte.

Calvin war entschlossen, nachzugeben. Er kannte die Kunstgriffeseiner Feinde. Er wußte von dem Rathe einen Bannbefehl auszuwir-ken, der gegen alle Jene gerichtet war, welche das Bekenntniß nichtbeschworen hatten. Von den meisten Vaterlandsfreunden war der Eidverweigert worden; als der Spruch aber in Vollzug gesetzt werden sollte,war die Zahl der Widerspenstigen so groß, daß man sich scheute, offeneGewalt zu gebrauchen? ) Die Kanzel blieb den Prädicanten.

Unter den Aposteln der neuen Lehre befand sich Einer NamensCoraud oder Corault, ein alter, abtrünniger Augustiner ohne wissen-schaftliche Bilvung, ohne Haltung, aber mit durchgreifenden Lungen be-gabt; ein Besessener mit grauen Haaren, der während seiner Redendie beinahe des Lichtes beraubten Augen immer zum Himmel erhob,um eine Erleuchtung zu fodern, die nicht eintreten wollte; ein blut-schänderischer Mönch, welcher schrie, als ob man ihm sein Weibchengenommen hätte. Seine größte Lust war, über die Großen zu schim-pfen, wodurch er Chrisostvmus nachahmen wollte. Unglücklicherweiseentbehrte Corault nicht nur des goldnen Mundes, sondern auch desAussehens, welches den Redner kleidet. Corault war mager undschwindsüchtig. Eine Lust war es ihm, gegen die Artischoken, gegenden Magistrat und die Katholiken zu donnern; wenn er die Kanzelbetrat, gerieth er in einen förmlichen Rausch, den er während einerStunde in Schimpfrcden und Hanswurstiaden aushauchte. Er warhocherfreut, wenn er seine Zuhörer zum Lachen bringen konnte, indemer Genf mit einer Froschlache, die Genfer mit Ratten und die Magi-stratspersonen mit Katzen verglich.

Der Rath nahm Aergcrniß und gab dem fanatischen Mönche den

1) Haag. Vie cke llalvin, p. 88. 89.

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