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1 (1843)
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Eines Tages (es war im Jahre 1535) wurde der Domherr Hu-gonin d'Orsieres, den man angeklagt hatte, daß er Willens gewesensei, Viret und Farel zu vergiften, in seiner Wohnung gefangen genom-men. Die Anklägerin des katholischen Priesters war eine Giftmischerin,welche ihre Zaubermittel an die Flüchtlinge verhandelte, und die derBurgvogt des Kapitels in seine Dienste genommen hatte. *) Hugoninwurde feierlich sreigesprochen am 15. August 1535, und dennoch konnteman in den Biographien Farel's und Viret's immer lesen:wie die bei-den Diener Gottes von dem Domherrn Hugonin d'Orsieres vergiftetwurden."

Durch den Mund dieser Flüchtlinge erfuhr Calvin den Spott derHerren von der Artischoke und die Plane der Libertiner. Diese Planewaren nicht zweideutig, man wollte ihn verjagen sammt seinen Ge-nossen.

Calvin verkennt dießmal seine eigenthümliche Geisteskraft: die Arg-list. Anstatt daß er sich in die Haut der Schlange hüllt, in eine Mauerkauert oder unter ein Gesträuch, bewaffnet er sich mit Löwenklauen undsucht die Wirthshausgäste bis aufs Blut zu quälen. Der Löwe griffden Magistrat selbst an.

Seine Feinde waren so geschickt und glücklich, daß sie die Hautder Schlange, welche Calvin zu seinem Schaden abgelegt hatte, aufzu-heben wußten. Wir wollen sehen, wie sie sich derselben bedienten, umden Theologen zu Grunde zu richten.

Bern hatte von dem katholischen Cultus einige Ceremonien beibe-halten, die mangleichgiltige" nannte. Man taufte die Kinder imTaufwasser; man bediente sich bei der Communion des ungesäuertenVrodcs; man feierte die vier großen Festtage Weihnachten, Christi Him-melfahrt, Pfingsten und Mariä Himmelfahrt. Diese Gebräuche undFeierlichkeiten waren neulich auf der Synode in Lausanne anerkanntund angenommen worden.

Che die Synode aufgehoben worden war, hatte sie ihre Entschei-dung an die übrigen Kirchen der Schweiz gesandt und dieselben ersucht,

1) Von dem Morde Wcrli's war in dem Kapitel die Rede, welches die Ucberschrist

führt:Die Schwester Johanna de Jussie." Einige Geschichtschreiber haben

es diesem Canonicus verargt, daß er zur Vertheidigung seiner Kirche die Waf-fen ergriff. Herr Galiffe gibt ihnen zur Antwort:Wenn Juden oderMahomedancr den Versuch wagen würden, unsere Religion umzustürzen, überunfern CultuS zu spotten, sich unsrer Kirchen zu bemächtigen, wäre es nieder-trächtig von uns, wenn wir es gleichgiltig ansehen würden.ich bin über-

zeugt, daß mehr als einer unserer Prediger die Stärke seines Armes an diesenAufrührern versuchen würde." Bd. III. S. 511.

2) Oslitle III, XXIV, XXV. 1.1., p, 180,