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Es war eine traurige Rolle, welche Bucer hier spielte, indem ercs übernahm, Luther mit Calvin auszusöhncn! Er glaubte Calvin fürsich einnehmen zu können, wenn er ihm durch süße Reden schmeichle.Der Genfer sang ihm ein Loblieb um das andere vor und schrieb ihm:„ermahne, strafe, thue Alles, was dem Vater gegen den Sohn zusteht:"bedenket aber wohl, daß er damals aus der Verbannung zurückkam,und alle dieser Freundschaften nöthig hatte. Später ändert sich dieseRedeweise, er schreibt über Bucer an Peter Martyr: „Um die Wild-
heit Luther's und Seinesgleichen zu besänftigen, vergab er sich auf eineso knechtische Weise, daß er bei einzelnen Reden ganz verwirrt steckenblieb."
Erinnert ihr euch noch an Luther, wie er vor der Reichsversamm-lung in Worms stand? Da hatte er Kronen aller Art vor sich.Luther beugte indessen weder seinen Blick noch seine Stimme: er siehtseinen Richtern fest in's Auge, spricht mit ihnen, wie mit Seinesglei-chen und sagt: Wenn meine Lehre von Gott ist, wird sie leben, wennsie aber nicht von Gott ist, wird sie vergehen. — Damals nanntendieß die Katholiken einen übermüthigen Ncdcschwulst; die Protestantenhielten es für Scelengrvße. Hier ist ein Richter, der uns verständigensoll, ein Schriftsteller, welcher Luther genau betrachtete und studirte,und nur Unwissenheit und Verblendung an ihm finden konnte. WennVeh in Augsburg zu Luther gesagt hätte: Was lehrst denn du undDeinesgleichen? Du bist im Jrrthume über den Sinn der heiligenSchrift; dein Redeschwulst kann uns nichts weiß machen; dich hat deinGehirn zum Besten: — Da würde die Reformation laut aufgeschrieenund ihn mit Recht der Verläumdung beschulvigt haben; was wird sieaber von Calvin sagen? Er hat nicht in der Hitze des Gesprächs jeneDerbheiten fallen lassen; er hat sie mit kalter Ueberlegung in seinemStudirzimmer, im Stillen der Einsamkeit und unter Leiden ausgespro-chen. Versteht ihr nun den Ausspruch, den Zachäus Faber gethanhat? — „Der Calvinisten Gott ist nicht der wahre."
Faber vertheidigte die Ehre Luthers. Faber ist es, welcher vordem Schlafengehen das Gebet des Aegidius Hunnius sprach: Herr Je-
ts ^clmoneas, castiges, omni-t taeias, guao pntri licent in lilium. tivneve,15. octobr. 1541, Lg. Uns. 8crinii. Lccl. Urgent.
2) Ille Lutberi et 8imilium keroeism äernulcens sckeo serviliter se cki-misit, ut in singulis vervis psrplexus ksereret. Nss. 1-,
3) In seinem kurzen Beweis, S, 13. Leipzig, 1620,