Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

147

Jesus Christus in euern Herzen, und ihr Herr Syndikus, haltet Treueund Billigkeit....

Als der Syndicus sah, daß Mehrere nicht gehen konnten, ließer sie durch starke Männer führen, um ihnen beizustehen und sie zuunterstützen. Voran und zur Seite gingest gegest dreihundert gerüsteteBogenschützen als Schutzwache der Syndici, welche wohl nöthig waren;denn als die bösen Jungen der Stadt, die schon beschlossen hatten,die Gchwestexn zu überfallen uqd sie zu schändest, die folgende Nachtvon ihrem Abzug hörten, versammelten sie sich eilig, fünfhundert ander Zahl und stellten sich in die Straße St. Anton, durch welche dieSchwestern gingen. Einer von ihnen ging zu einer armen, einfältigenSchwester, (die Mutter Verweserin hatte sie in ihre Nähe gestellt, umzu wachen, daß sie sich nicht entferne) und sagte ihr ins Ohr:Schwester Jacobine, komm mit mir, ich will dich wie meine Schwesterbehandeln. Die Mutter Verweserin antwortete: Ha, abscheulicherBube! du hast gelogen, und zum Syndicus rief sie: sehet wie wenig maneuch gehorcht; weiset diesen Buben vom Wege hinweg. Auf diesemBegehren blieb sie fest stehen, und als der Syndicus den Schwarmvon Buben sah, wurde er, denn so war es der Wille Gottes, sehr aufge-bracht, und betheuerte mit einer schrecklichen, wüthenden Stimme: wennsich Jemand rühre, solle ihm plötzlich der Kopf abgehauen werden,und zu den Häschern sagte er: edle Cameraden, habet Muth undthut eure Pflicht, wenn cs nöthig ist; so wurden sie nach dem WillenGottes in Schrecken versetzt, und gingen im größten Zorne davon.

Als sie an die Brücke kamen, nahm die ganze Compagnie Abschiedvon den Schwestern, indem sie sagten: nun lebet wohl gute Frauen.Und als alle auf der Brücke waren, schlug der Syndicus die Händezusammen und sagte: Es ist Alles vorüber: nun, es gibt kein Mittelmehr, man braucht nicht weiter darüber zu reden.

10 *