Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
148
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XM. Kapitel.

Calvin in Genf. Farel - Viret. 15»«.

Calvin's Ankunft in Genf. Er wird von Viret ausgcfnnden. BeschwörungFarel's. Calvin willigt ein, in Genf zu bleiben. Der Bär von Bern.Charakter der Reformatoren, Farel, Biret und Calvin. Vorbereitungen znmReligionsgesprächc in Lausanne. Kunstgriffe der Reformation. Der Papstsei der Antichrist.

Während dieser bürgerlichen Zwiste hielt im Monate August desJahres 1536 vor einem Gasthause in Genf ein unansehnlicher Wagenan, aus dem man einen jungen Mann von ungefähr zwanzig Jahrenaussteigen sah: er war schlicht gekleidet, von bleichem Aussehen, miteinem Barte, der wie jener des Königs Franz I. zugeschnitten war,mit dunklen feurigen Augen: es war Calvin, der nur eine Nacht

in dieser Stadt zuzubringen gedachte. Der Fremde wollte am andernMorgen früh aufstehen und seinen Weg nach Basel einschlagen;er war aber entdeckt, Viret hatte ihn gesehen und Farel war zu ihmin den Gasthof gekommen.

Farel hatte das Volk durch seine Heftigkeit unwillig gemacht.Am geringfügigsten Gespräche sah man ihn theilnehmen, er mischte sich in jedenDisput ein, übersiel jeden vorübergehenden Mönch, als wenn er seineBeute wäre und fing vor aller Welt einen Streit an, den er mit Zornund Beleidigungen überfüllte. Die Menge schaarte sich zusammen, siewollte den Religiösen schlagen, seine Kleider zerreißen; sie verfolgtenihn bis in eine in der Nähe gelegene Schenke, wo der Unglücklicheeine Zufluchtsstätte gegen die Volkswuth zu finden hoffte. Farel liefaber hinzu, fuhr ihn an wie ein wildes Thier, so daß sogar die Syn-dici herbeieilen mußten, um die Menge zu besänftigen und den Gefan-genen zu schützen.

1) Vio cke,6alvin ä I usage cles vcoles protestantes par L. Haag. 1840, P. 80.

2) Hae celeriter timnsire stgtner.iin, ul non longior quam uniur noctisinora in urbe witü köret, llraes. uck 1'sal.