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1 (1843)
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Die Mutter Verweserin, welcher von Gott eingegeben wurde, wassie reden sollte, antwortete: Meine Herrn, ich bin gesonnen, die HerrnSyndici für uns um die Entlassung und freies Geleit zu bitten, wirwollen dann die Stadt verlassen.

Wohlan, gute Frauen, sagte der Syndicus, bestimmet den Tag,an dem ihr abziehen wollt, und in welcher Weise ihr es zu thun ge-denket. Bestimmt mit dem Anbruche des morgigen Tages, sprachdie Mutter Verweserin, erlaubet uns nur, daß wir unsere Röcke undMäntel mitnehmen, damit wir uns vor der Kälte schützen können, undgestattet Jeder von uns so viel Wäsche, daß wir wechseln können.Wir geben dieß zu, sprach der Syndicus.

Nach Mitternacht versammelten sich alle Schwestern im Kranken-zimmer bei der Mutter Abtissin, welche sehr schwach, krank und altwar. Sie segnete Alle mit Andacht, und sprach unter Thränen: meineKinder, seid standhaft und gehorchet meiner Mutter Verweserin, die ichbat und inständig anflehte, sie möchte euch begleiten. Die MutterVerweserin tröstete sie und sagte: meine liebe Frauen und Schwestern,wir wollen fest auf Gott vertrauen, und keine andern Gedanken haben,als wie wir unsere Seelen retten werden. Haltet euch alle in guterOrdnung und Andacht, seid bereit, abzuziehen, wenn diese Leute kommen,stellt euch paarweise zusammen und haltet euch fest bei den Händen,daß euch nichts trennen kann.

Als die Mutter Verweserin die Andern kommen sah, fiel sie vordem Syndicus auf die Knie nieder und sprach: Meine Herrn, wir habenbeschlossenen aller Stille abzuzichen, ohne Jemanden Etwas Zusagen,möge es euch gefallen, Jedermann zu gebieten, daß es Niemand wage,uns anzureden, zu berühren, oder sich uns auf irgend eine Weise zunähern.

Fürwahr, Frau Verweserin, sprach der Syndicus, ihr gebt unseinen sehr guten Rath und cs soll so geschehen; denn wir begleiteneuch mit der Schuhwache der Stadt, welche aus 300 Mann besteht,die wohl bewaffnet sind, und die ich selbst anführe. Er befahl, daßKeiner bei dem Auszug der armen Nonnen der heiligen Clara, wederein gutes noch ein böses Wort aussprechen sollte, weßhalb die gutenGeschöpfe glaubten, man habe kein Mitleid mit ihnen; wer gegenden Befehl handeln würde, sollte ohne Gnade, plötzlich enthauptet werden.

Als die Pforte des Klosters geöffnet wurde, glaubten mehrereSchwestern, sie werden vor Furcht Ln Ohnmacht sinken; aber die Mut-ter Verweserin faßte Muth und sprach: Auf, meine Schwestern, bezeichneteuch mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, und habet unfern Herrn