die Ketzer vor dem Thorc der Baarfützer secks Heiligenbildern dieKopfe ab, und warfen sie dann in den Brunnen der heiligen Clara.
In der nämlichen Nacht ritzen sie zwei Engel am Kirchhofe vonSt. Magdalena herab, und warfen sic in den Brunnen der heiligenClara.
Am Frohnleichnamsfeste fatzten die Christen Muth, die gewöhn-liche Prozession durch die Stadt zu halten. Mehrere lutherische Frauen,welche Kopfbedeckungen von Sammet trugen, setzten sich unter dieFenster, so daß sie Jedermann spinnen und nähen sah.... Man sagt,daß am Ostermontage Mehrere wuschen und ihre Lauge machten, unddatz dann einige gute Menschen hingingen, und ihnen die schöne Lein-wand in die vorbeiflietzcude Nosne warfen.
Als die Prozession vorübcrging, nahm ein Manu einer dickenLutheranerin den Spinnrocken von der Seite weg, gab ihr einen starkenSchlag aus den Kops und warf sie dann in den Koth.
Nach dem Tage der l,eiligen Anna, welcher ein Sonntag war,wurde verboten, in die Messe zu läuten, damit der erbärmliche Prä-dicant nicht gestört würde. Nach dieser verwünschten Predigt zertrüm-merten sie mehrere schöne Bildnisse, ritzen den Altar in der Capelleder Königin von Cppern nieder und zerschlugen das alabasterne Mut-tergottesbild, welches sehr groß, außerordentlich schön und kostbar war.
In der ersten Worbe des Monates August desselben Jahreswurde das Kloster von St. Victor ganz geplündert, und es wurdenfünfzig Gulden den armen Taglöhnern gegeben, deren sie sich bedien-ten , um die Kirche abzudccken, und sie sammt der Priorei ganz nie-derzureitzen. — Ich weiß nicht recht, wo gesagt wurde, daß manda die armen Verstorbenen Tag und Nacht fort laut klagen undweinen höre, wenn man vorüber gehe, denn cs wurden da Manchebeerdigt.
Am 17. Juli des Jahres 1533 wurde auf dein Molard in derStadt Herr Jakob Malbosson, ein großer rechtschaffener Mann undein wahrhaft guter Katholik enthauptet.... Als er auf der Stättekeines Marterthums angclangt war, bat er um die Erlaubnitz zureden und sprach: Meine Herrn, ich sage euch, daß ich aus reinerLiebe zu meinem Gott in den Tod gehe, denn ich möchte ihn niebeleidigen aus Furcht vor dem Tode; wenn ich cvangelijch hättewerden wollen, würde ich noch nicht sterben, aber ich jchwöre, datzich im Glauben meiner guten Voreltern sterbe.... Ich bekenne, datzich mein Möglichstes gcthan habe, den Herrn von Genf, meinenFürsten in die Stadt zu bringen, damit durch seine Hilfe die Ketzer