aus der Stadt vertrieben würden.... Ich bitte meine christlichenBrüder, daß sie sich um meine Frau annehmen und ibr sagen, daßich ihr meine Kinder empfehle, und daß sie meinem Beichtvater eineTestone (alte Münze) gebe, daß sie meine Diener befriedige und Alle,denen ich verpflichtet bin. — Dann trat ein großer Ketzer vor, undsagte: du bist mir so viel schuldig. — Er erwiderte: ich erinneremich nicht, daß ich euch einen Heller schuldig bin; damit aber meineSeele von keiner Last bedrückt sei, befehle ich, daß die genannteSumme euch bezahlt werde; dann empfahl er seine Seele Gott undwurde enthauptet.
Nach Verlauf einer kurzen Zeit sah man auf dem Haupte, wel-ches auf dem Molard ausgestellt war, eine sehr schöne, schneeweißeTaube, die plötzlich vom Himmel gekommen war; sie flog um den Kopfberum, setzte sich dann aus ihn, schlug wie vor Freude mit denFlügeln, und kehrte dann plötzlich wieder in den Himmel zurück....
Am Tage des heiligen Dionysius wurde die Pfarrkirche von St.Legier, außerhalb der Stadt abgedeckt und dann gänzlich niedergerissen,alle Altäre wurden zerstört und zertrümmert; einige wurden verkauft,aus denen die Käufer zu Hause Waschtröge machten.
Am Weihnachtstage begingen die Lutheraner keine Festlichkeit, siebekleideten sich mit ihren geringsten Kleidern, wie an Werktagen; auchließen sie kein weißes Brod backen, weil die Christen es thaten; siesagten aus Spott: die Papisten halten ihr Fest: sie essen so vielweißes Brod, daß sie dick davon werden.
Im Monate April des Jahres 1535 bezog der HauptprädicantWilhelm Farel und Peter Veret d'Drbe das Kloster des heiligenFranziscus als ihre Wohnung; und weil sie in der Nähe des Klo-sters der armen Schwestern der heiligen Clara waren, ließen sieihnen durch ihre Anhänger arge Beleidigungen zusügen, sie mun-terten ihre Zuhörer von der Kanzel herab dazu auf und sagten, dieseSchwestern wären beklagenswertste Verblendete, die nicht den rechtenGlauben hätten, man müßte sie zu ihrem Heile aus ihrer Gefan-genschaft befreien, und jeder sollte sie steinigen; denn das wäre nurlautere Hurerei und Heuchelei, wenn sie vorgeben, sie bewahren dieJungfrauschaft, die Gott nicht geboten habe, weil es nicht möglichwäre', sie zu bewahren, sie mästeten die heuchlerischen Franziscaner-Mönche als gute Rebhühner und fette Capaunen, um die Nächtemirihnen zuzubringen.
Am Freitage in der Frohnleichnamsoctave, als die Schwesternum fünf Ubr Nachts im Resectorium versammelt waren, um ibre