.... Und am Tage des heiligen Franziscus 1330, an einem Dienstage,kamen die Fourriere der Schweizer nach Morges, um für die Mann-schaft Quartier zu machen, und als sie plötzlich überfallen wurden,zogen sie sich gegen den Sec zurück und brachten ein großes Schiff ansich, welches mit Gütern der Stadt, im Werthe von tausend Thalernin Gold, belastet war, das sie von der andern Seite des Sees beiThonon wegführen wollten, das aber durch die genannten Schweizer weg-genommen und nach Lausanne zu ihrer Schutzwache geführt wurde.
Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag kamen die Leute der bei-den Cantone Bern und Freiburg nach Morges, und richteten da vielUnheil an. Als sie nämlich beim Austritte aus ihrem Lande auf dasGebiet unseres Landesherren traten, fingen sie an, zu plündern, zurauben, und den armen Leuten den Unterhalt zu nehmen. Sie ließenweder das Getreide, noch den Wein, das Fleisch und die Geräth-fchaften in den Häusern und Schlössern des Adels zurück, und ver-brannten dann Alles; was kein kleiner Verlust war.
Als die Berner nach Morges kamen, wurde ein Theil im Klosterder mindern Brüder cinquartirt, wo sie mehrere große und unaus-sprechliche Mißethaten und Bedrückungen verübten.
In der Nacht fanden die Berner, diese bösen Ketzer, Mittel, denChor der Kirche zu öffnen, sie drangen in das Innere ein und machtenmitten im Schiffe der Kirche ein großes Feuer auf, dann fielen sie wiewahrhaft tolle, rasende Hunde über das Ciborium her, in wel-chem das hochwürdigste Sacrament des kostbaren Leibes JesuChristi unseres Crlösers ruhte, warfen Alles in dieses große Feuer,und versündigten sich so gräßlich an dem schätze unserer Erlösung.Dann rißen sie das sehr kostbare Gemälde des Hochaltars herab, ver-brannten alle Bilder aus Holz, zerschlugen das große Glasgemältehinter dem Hochaltar, welches sehr schön und kostbar war, und wüthetenund verheerten in allen Capellen, in welchen geschnitzte Bildnisse derglorreichen Heiligen waren.
Damit noch nickt zufrieden, erbrachen die>e Ketzer die Taeristeiund alle neu verfertigten Schränke, welche lehr jchön gearbeitet waren,zur Zierde eines solchen Gott geweihten Hauses; sic rissen alle Schlößer auf,raubten alle Qrnamente, die sie fanden, auch die Klostcruhr, alle Deckenund alle Wäsche der Brüter, so daß nichts mehr übrig blieb, als dasganz leere Gebäude.
Allen Priestern nahmen sie ihre Kleider, und beraubten und schlu-gen sie: allen Bildern, sowohl den auf Platten gemalten, als den er-haben gearbeiteten, welche sic nicht verbrennen konnten, bohrten sie