bete Gott darbrachle, die Unglücklichen tröstete, die Gefangenenkleidete; der Herr hatte ibr noch eine andre Rolle zugetheilt. DieSchwester Johanna de Jusste sollte die Geschichtschreiberin der Reforma-tion in Genf werden; eine unbefangene, treue, und besonders einepoetische Geschichtschreiber«!. Unter dem wollenen Habit hatte die Vor-sehung das Herz einer Künstlerin verborgen, die von den Verwüstungen,welche die Berner gegen die bildliche Darstellungen der Kunst ausübten, biszu Thränen bewegt wurde, und mit ihrer weiblichen Einbildungskraft in dieSeele des Lesers alle Schmerzen auszugießen wußte, die sie zu erdulden ge-habt hatte. Was immer Genf aus seiner Bibliothek hcrvorsinden mag,es wird keinen rührender» Blättern begegnen, als diejenigen sind, welchedie Feder der Schwester der heiligen Clara geschrieben hat: cs gibtkein poetisches Buck, welches der Erzählung der Schwester an dieSeite gesetzt werden könnte. Als unsere Blicke das erstemal aufdiese Blätter fielen, die so voll Anmnlh und Leben sind, waren wirentzückt, wie durch eines jener lieblichen Concerte, mit welchen Ariostdie Seele des Schiffers ans dem Arno bezaubert; wir dachten, es seiunsre Pflicht, sie in ihrer ganzen Reinheit wiederzugeben, ohne eineSvlbe zu ändern, ohne das Geringste beizumengen, was diese Spracheder vergangenen Zeit entweihen könnte, und es zu machen wie derVogel, der schweigt und horcht:
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Elw molli ßiorni resta clw iwn cuntu.
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Am Eingänge steht eine Dedneaticn an den Fürsten Victor Amadeus,Fürsten von Savoyen und Piemont, mit dem Zeichen V. L. D H. I). b.und es ist zu lesen: „Es ist eine tragische Geschichte, die noch nicht so sehrins Dunkel des Alterthums versenkt ist, als daß die Piqueurs der Feinde desreinen Kreuzes nicht noch ganz bekannt wären, und daß der Himmel nichtdas Haar des Hundes nnd die Zcrdrückung des Scorpion's für unsere Hei-kling begehren sollte."
Als die historische Crilik noch nickst vorhanden war, betrachtete mandie Schwester de Jusste als eine Vistonairin; seitdem aber Plant in seinemtrefflichen Werke „Geschichte des protestantischen Lehrbcgriffcs," Adolph Men-zel in seiner „neuern Geschichte der Deutschen," Galliffc in seinen genealogi-schen Notizen, den Parteigeist verschmähten, um die Wahrheit zn suchen, hatdie Erzählung der Schwester nothwendig einen hohen Werth erlangt. DasBuch der Schwester de Jusste wurde mchrcremale gedruckt, aber von denHerausgebern schrecklich entstellt.