Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
125
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den Vorderreihen ees Kampfes, und auf dem Schaffotc enden: er sagtezu Bonnivard:Lieber Bruder, so wird es kommen: aus Liebe zurFreiheit Genfs wirft du dein Benefizium und ich meinen Kopsverlieren."

Dieser Bruder war Prior von St. Victor, ein spöttischer Mensch,eine satyrische Natur, ein beissender Schriftsteller, ein scherzhafterSchwätzer.

Besancon Hugues hatte im Handel sein Glück gemacht: seineSprache war lebhaft, seine Redeweise hinreißend, die Schule hatte ihnzum Redner gebildet. Die beiden Levrier galten für geschickte Juristen.Diese Namen und noch einige andre, Pecolat,' Ami Perrin, Johannde Soex, Johann Ludwig Bersonnex waren unter dem Volke bekannt.Man muthete ihnen edle Gesinnungen zu. Der Herzog fürchtete sie,der Bischof hatte Scheu vor ibnen. Um der Gefahr zu widerstehen,welche ihnen drohte, bildeten sie eine Gesellschaft, deren Wahlspruch war:Wer den Einen verletzt, verletzt den Andern. Dieser Verein erwei-terte sich, hob seine Glieder aus allen Unzufriedenen aus, und gestaltetesich zu einer Faction, welche außer einigen Guten, auf die sie stolzwar, eine Menge kühndrcister Mitglieder zählte, welcke Alles wagten,sogar das Verbrechen, um nur den Sieg davon zu tragen. EinesTages speiste Johann Pecolat bei dem Bischose von Maurienne, Lud-wig de Genrenod, welcher sich über den Herrn von Genf zu beklagenhatte. Beunruhigt euch nicht, sprach Pecolat, non viclolnt cliesUotri: über diese Weissagung wurde viel gelacht. Einige Tage späterstarben mehrere Diener des Prälaten unter schrecklichen Konvulsionen,weil sie von den Pasteten verkostet hatten, die an der Tafel ihresHerrn servirt wurden, der nicht davon essen wollte. Das Gift wardurch die Hand eines Italieners bereitet worden: es tödtete wie dasGift der Locusta. Der Ausspruch Pecolats wurde bald in allen Wein-schenken bekannt, und kam zu den Ohrendes Bischofs. Pecolat wurdeeingezogcn, und als er auf die Folter gespannt wurde', bekannte ersein Verbrechen. Die Untersuchung gab den Anschein einer geheimenRache. Der Bischof beging einen Fehler: er hätte die Schuldigenauch außer dem Landgebicte Genfs verfolgen sollen, und nicht in einemSchloße außerhalb > der Stadt. Bcrthelier, der als Mitschuldiger ander Vergiftung des Bischofs angeklagt war, hatte Genf verlassen, umden Schutz Freyhurgs nachzusuchen. Freyburg trat vermittelnd auf,und Pecolat wurde in das Schloß de l'Jsle gebracht. Vor seinen

I) §ames kar)-, p. 100.