und Bischöfe hat. Die rcpublicanische Verfassung begünstigte hier dieEinführung des Christenthums. Dionisius,der aus Vienne vertriebenworden war, kam hieher, um das Evangelium zu predigen. Als dieBurgunder!, dieser deutsche Volksstamm, eine Monarchie begründeten,wurde Genf die Hauptstadt des neuen Staates. Guntram, legte hierim Jahre 585 den Grund zu einem katholischen Tempel, dessen BauOtto fortsetzte, Clodwig beendigte, und dem Apostelfürsten weihte.Das ist die Kirche des heiligen Petrus, welche die Reformation ent-weihte und beraubte.
Gondebald liest das alte Gesetzbuch Gombete verfassen, in welchemman die Sitten und Gebräuche des deutschen und des allobrogisch-römischen Volkes erkennen kann. Gondebald machte vergebliche Ver-suche, in Genf den Arianismus einzuführen; der Katholicismus desOccidents behielt die Oberhand: Clodwig, der König der Franken er-klärte sich für ihn. Das Reich der Burgunder: ward zerstückelt, zerrissen,aufgelöst und ging bald unter die Herrschaft der Franken über; esbehielt aber seine Gesetze und Freiheiten. Karl der Große verliehder burgundischen Stadt, die ihn mit lebhafter Theilnahme ausgenom-men hatte, als er mit der Lombardei Krieg führte, neue Freiheiten.Der Rang eines Grafen von Genf soll eine Verleihung dieses Fürstensein. Es scheint aber eher, daß dieser Rang dem Gebiete, welches dieStadt umgab, bestimmt war. Genf hatte unter den Franken wedereinen Herren noch einen Fürsten. Die Regierungsform war indieser Epoche rein republikanisch: das Volk wählte seine Bischöfe undder Papst bestätigte sie. Mit dem Tode Carls des Großen ändertensich die Schicksale Genfs; es machte eine Zeit lang einen Theil desKönigreichs Lothringen, dann des arelatensischen Königreichs aus; dar-auf gehörte es mehr als ein halbes Jahrhundert zum transjurani-schen Burgund, und diest ist die Epoche seines Glanzes, in welcherder Geschichtschreiber mit Freuden der großmüthigen Bemühungen er-wähnt, mit welchen die Fürsten Rudolph und Conrad ihre Stadt zuverschönern suchten. Mit Rudolph III. schloß sich die schöne Kette derKönige von Klein-Burgund, deren Name volksthümlich geworden ist.
Mit dem Tode Rudolphs, des letzten Königs von Burgund, fielGenf im Jahre 1032 an das Reich und wurde die Hauptstadt des Lan-
1) 8p«n, t. I, p. 28.
2) Histttiro (tu vaupkiiw, t. 2., I. 1. ob. 21. 22. — 8gon; t., 97.
Okron.: numusc., Ilucbat, in>g. 427.