die obrigkeitlichen Behörden, welche an den Bestrebungen des Fremdenerschracken, wagten es nur einen Augenblick, ihn zu bewachen. Wennder Aufruhr veranlaßt war, öffneten sie die Thore der Stadt, und Farelnahm befriedigt seinen Wanverstab, ging zu Fusz über die Berge, umeine andere Stadt aufzusuchen, in welcher seine Stimme einen neuenSturm Hervorrufen konnte. Attila's Pferd zertrat die Saaten unterseinen Füßen: der Stab Farels schlug die Kreuze Christi und die Bild-nisse der Jungfrau Maria nieder, die an den Landstraßen standen. ImJahre 1536 hatte er in Genf sich die Zwistigkeiten, welche diese Stadtbeunruhigten, zu Nutzen gemacht, um sein Evangelium zu verbreiten,welches übrigens dem Evangelium Luthers durchaus nicht glich.
Um sich den Erfolg zu erklären, den die Lehre dieses Missionärshatte, ist es nicht nothwendig, wie reformirte Geschichtschreiber ge-than haben, die Einwirkung der Gottheit anzunehmen, man darf nureinen Blick auf den gesellschaftlichen Zustand dieser Stadt werfen, undauf den unaufhörlichen Streit der Parteien, welche sie seit so langerZeit beunruhigen; man wird überzeugt, daß diese Ereignisse nur denMann mit einer harten Seele erwarteten, die stark genug war, um mitihrer Stimme den Lärm, den Haß und den Zorn zu beherrschen,denen die Stadt zur Beute geworden war.
An den Ufern des lemanischen Sees, welchen Voltaire allen an-dern Seen der Schweiz vorgezogen hatte, mitten in einem Kranzevon grünem Laub, beleuchtet von den Strahlen des Lichtes, wel-ches die nahen Berge wiederspiegeln, die der eisbedekte Mont-blanc in der Ferne beherrscht, erhebt sich Genf, die keltische Stadt,wie ihr Name anzeigt, den sie im neunten Jahrhunderte für denNamen Gebennum annahm. Es ist der Hauptort der Allobrogen,welchen Cäsar als eine Stadt aufführt. Genf bewahrte seine repu-blikanische Verwaltung unter den Römern, welche immer durch dieStadt zogen, wenn sie von den Alpen niederstiegen, und hier Straßenanlegten. Unter Marc Aurel wurde cs von Flammen zerstört. Au-relian baute es wieder auf, und gründete die Märkte, welche für dieNation svätcr eine reiche Quelle des Erwerbes wurden; aus Dank-barkeit nahm die Stadt den Namen dieses Kaisers an. Im viertenJahrhundert ist sic eine christliche Stadt, welche ihre Heiligen, Lehrer
t) Oenövo Ausfluß. Einige Namen von Bergen, Flüßen und Ortschaftenscheinen keltischen Ursprungs zu sein.
2) Lxtremum oppiUum ^IloUrogum est, pioxiinuingue Heivetiorum tini-dus tiLnvvn: llnosnr cto t>el!v CuIIie», ti!>. t.on^» 6 u. <.