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mel und Erde, an euch und euerem Geschlcchtc bis zum Kinde in derWiege herab zu rächen, verpflichtet waren."
Renata hätte gethan, was sic sagte: „Denn obgleich sie demäußern Scheine nach nicht so viel Große zu haben schien, wegen derSchwächlichkeit ihres Leibes, so hatte sic doch viel Majestät." DerHerzog von Guise ließ sie ruhig in ihrem Schlosse, wohin der Todbald kam, um sic von einem unlenksamcrn Feinde zu befreien: von ihremManne.
Renata wollte nicht im Glauben des Paladin Roger sterben, denAriost besungen hatte, und von dem das Haus Este abzustammen be-hauptet; sie lebte und starb halb lutherisch, halb calvinisch, blieb aberimmer der Verehrung der Heiligen treu.
Calvin schrieb ihr von Genf aus:
„Ich weiß es Madame, wie Gott euch während der rohestenAngriffe gestärkt hat, wie ihr durch seine Gnade allen Versuchungentapfern Widerstand geleistet babct, und euch nicht scheut, die SchmachJesu Christi zu erdulden; während der Stolz seiner Feinde sich überdie Meere hinweg erhebt. Uebcrdieß seid ihr eine Nährmutter der armen,vertriebenen Gläubigen gewesen, welche nicht wußten, wohin sie sichflüchten sollten. Ich weiß wohl, daß eine Prinzessin, die nur dieWelt im Auge hätte, sich schämen, und es als eine Beleidigung an-schen würde, wenn man ihr Schloß ein Armen- oder Krankenhausnennen würde; ich wüßte euch aber keine größere Ehre anzuthun, alsso zu reden, um die Menschenfreundlichkeit zu preisen und anzuerkcnnen,welche ihr an den Kindern Gottes geübt habt, die ihre Zuflucht zu euchnahmen. Ich dachte oft, Madame, Gott habe solche Prüfungen füreuer Alter aufbewahrt, um sich für die Rückstände bezahlt zu mache»,die ihr ihm wegen euerer Furchtsamkeit aus früherer Zeit schuldig seid.Ich rede in der gewöhnlichen Weise der Menschen; denn wenn ihrhundertmal und tausendmal mehr gethan bättet, so wäre es nicht hin-reichend für euch, das abzuzahlen, was ihr ihm von Tag zu Tagfür die unendlichen Wohlthaten schuldet, die er euch immerfort zu Thcilwerden läßt. Ich glaube aber, daß er euch eine außerordentliche Ehreerwiesen hat, indem er euch eine solche Pflicht auferlegte und euchseine Fahne tragen hieß, um in euch verherrlicht zu werden, um seinWort, den unschätzbarsten Schatz des Heils, zu bewahren, und damitihr für die Glieder Jesu Christi ein Zufluchtsort seiet. Um so mehr
1) ö<i)'Io, urticle llerrsrs.
2) örsntvme.