Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
94
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Biertrinker von Thorgau preisgcgeben waren. Cyprian, Augustin,Lactantius und insbesondere du, Hieronymus, ihr freuet euch des

Angesichtes Gottes wieder! Selbst Calvin beehrt euch mit dem Namen

der Heiligen.

In dem so gepriesenen Buche derchristlichen Unterweisung" istnichts Neues zu finden. Alle von Eck, Prierias, Mittiz und Caje-tan gehaltenen Disputationen sind hier wieder vorgebracht, aber ohneLeben, ohne Bewegung, ohne Glanz. Calvin nimmt die Diseussionüber das Primat des Papstes da wieder am, wo sie Luther in seinemZweikampfe mit Eck verlassen hat, ohne daß er sie durch den Glanz

seiner Rede verjüngt. Man sieht, daß er sie nur von einer Seite

studirt hat, in den nämlichen Gränzen, die sich Luther gesteckt hat,ohne sich um die Logik seines Gegners zu kümmern. Sv sollte er nichtzu Werke gehen: die gelehrte Welt hatte von dem Schüler Alciati'sandere Hoffnungen gehegt. Bisweilen reizt er die Neugierde des Le-sers, indem er einen Einwurf, den er verwerfen und zernichten will,in prächtigen Worten ausstellt. Wenn es sich zum Beispiel um dieErscheinung des doppelten Willens Gottes handelt, sagt er:derEine, kraft dessen er nach einem geheimen Rathschluße gebietet, waser durch das allgemeine Gesetz offenbar verboten hat." Z Ter Lesererwacht und bewegt sich; dann läßt der Lehrer dieser christlichen Un-terweisungen Plötzlich unbedeutende Worte fallen, und bekennt offen-herzig, daß man diese zweifache Erscheinung nicht zu begreifen ver-möge.

Diechristliche Unterweisung" verdient jedoch als litterarischeArbeit großes Lob. Wenn sich der Theologe im Dunkel seiner Be-weisführung verirrt, gibt der Schriftsteller einen schönen Glanz vonsich. Man muß bis auf Calvin zurückgehen, wenn man den Ursprungund die Umgestaltungen unserer Sprache kennen lernen will. Die Ge-lehrtenrepublik gleicht nicht der katholischen Kirche; man kann in ihrsein Heil finden, man mag einer Sectc angehören, welcher man will,und der Irrglaube Calvin's soll uns nicht hindern, an ihm den ge-wandten Meister der Rede zu loben. Man muß in der That staunen,wenn man seine Widmung an Franz l. und einige Kapitel seiner Ab-handlung liest und sieht, mit welcher Gelehrigkeit das materielle Wortdem Willen des Schreibers gehorcht. Nie fehlt ihm das geeignete

Wort. Er ruft ihm und es erscheint. Es ist das Pferd Jobs, wel-

1) Inst., tib. I. «mp. 18, 8- 3.

2) Le tiarcliuLl cke kicllelteu, LIetlloäe, p. 311.