Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
93
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Hurerei treiben, die von allen die fluchwürdigste ist. Ich möchte nichtmit dem kleinen Finger die argen und groben Mißbräuche anrühren,mit welchen man darthun könnte, wie die Reinheit ihrer heiligen Messeentweiht und verderbt worden sei: man muß wissen, welchen gemei-nen Markt und Handel sie führen, wie unerlaubt und unanständigder Gewinn ist, den solche Opferer aus ihrem Geschäfte ziehen; durchwelche arge Dieberei sie ihren Geiz stillen."

lieber diechristliche Unterweisung" ist heut zu Tage vor demRichterstuhle der Critik das Urtheil gefällt worden. Es ist einVortrag von einigen Hundert Seiten, in welchen der Verfasser dem,was man damals die Reformation nannte, Leib und Seele gebenwollte. Um zu zeigen, daß die protestantische Lehre nicht von gesternsei, beruft sich der Schriftsteller zuerst auf die Bibel, die er nachseiner Willkühr deutet; dann auf die Autorität der katholischen Väter,so daß seine Lehre, wenn ihr ihn hört, nichts anders wäre, als derWiederhall der Lehre eines Irenaus, Augustin, Cyprian, und sogareines Hieronymus, dessen Seele Luther, wie ihr wißt, für so ge-fährdet hielt, daß er nicht um zehntausend Gulden an ihrer Stellesein möchte. Ist es nicht merkwürdig, zu sehen, wie Calvin ernstlichbehauptet, unsere Väter der ersten Kirche hätten dieselben Ansichtenvon der symbolischen Gegenwart gehabt, wie er; während Luther diesenämlichen Väter anführt, um gegen die Sacramentirer zu beweisen,daß das Dogma von der wesentlichen Gegenwart immer in der Kirchegelehrt worden sei? wie kann einer und der nämliche menschliche Buch-stabe, auf den man sich beruft, für zwei widersprechende Zeugnissegünstig lauten? So behauptet Calvin auch, daß seine Ansichten vonder Vorausbestimmung, von den Werken, von der Gnade und vonder Rechtfertigung die nämlichen seien, welche unsere großen katholi-schen Lehrer gehabt haben. Warum rechtfertigt er dann aber nicht ihrAndenken, das von Luther geschmäht wurde? Warum öffnet er ihnennicht die Pforten des Himmels und läßt sie in den Wohnungen desewigen Feuers, in welche sie der Apostel Deutschlands warf, sein Vaterin Jesus Christus, wie er ihn nannte? Das Angesicht dieser katho-lischen Kirche war also nicht so erbärmlich, wie er sagte,wenn man Glaubenssätze in ihr lehrte, welche er hervorruft, um siedurch das Aufsehen, das seine Lehre machte, neuerdings geltend zumachen? Dank Calvin! Dank deinem Buche, wir können uns wiederzu allen Herrlichkeiten unseres Kultus bekennen, die dem Spotte der