Unter dem Teufel und seiner ganzen Rotte verstand er Niemanden,als die katholischen Schriftsteller, welche die Aenderungen Calvins einwenig zu empfindlich ausgenommen und cs gewagt hatten, den theolo-gischen Werth des Buches von der „christlichen Unterweisung" in Zweifelzu ziehen. Die Polemik der Reformation ging über den Rhein, unkkam von Wittenberg nach Paris, ohne daß sie die Formen ihrer Sprech-weise änderte. In Noyon, wie in Erfurt ist es ausgemacht, daß sichder Teufel in der Person Leo's X. und Hadrian's H mit der Tiarebekleidet, und daß der Anhang dieser Teufel das violette und rothcGewand ungezogen habe, in dem er sich in Sadolct, dem Erzbftchoscvon Earpentras, in Petit, dem Bischöfe von Paris, und Brisonner,dem Bischöfe von Meaux cinfleischtc.
Es war nicht lange her, daß Calvin im Dispute mit einemWiedertäufer sagte: „Und gewiß, ich bleibe immer von beleidigendenund beißenden Reden fern." Die Katholiken sind weniger glücklich:er vergleicht sie mit Affen und ihre Messe mit der Helena der Griechen.
„Die päpstlichen Ceremonien entsprechen ihrem Wesen. Als unserHerr seine Apostel zur Verkündung des Evangeliums aussandte, hauchteer sie an. Durch dieses Zeichen stellte er die Kraft des heiligen Gei-stes dar, die er in sie legte. Diese guten Leute haben das Anhauchenbeibehaltcn, und gleich als wenn sie den heiligen Geist aus ihremSchlunde ausspicen, murmeln sie über ihre Priester, die sie ordiniren,und sagen: empfanget den heiligen Geist. Alles machen sic auf eineverkehrte Weise nach, ich will nicht sagen, wie Gaukler und Possen-reißer, sondern wie Affen, welche keine Ruhe haben, wenn sie nicktAlles ohne Grund und Rücksicht nachmachen können. Wir beobachtendas Beispiel unseres Herrn, sagen sie; aber unser Herr hat Meh-rcres gethan, was er nicht nachgethan haben wollte. Er sagte zuseinen Schülern: Empfanget den heiligen Geist. Er sagte aber auchein andermal zu Lazarus: Lazarus komme heraus. Er sagte zu demGicktbrüchigen: stehe auf und gehe; warum sagen sie dieß nicht auchzu allen Todtcn und Gichtbrüchigen?"—
„Gewiß, der Teufel richtete nie eine Maschine zu, die mächtigerwar, das Reich Jesu Christi zu bekämpfen und zu stürzen! DieseMesse ist eine wahre Helena, für welche die Feinde der Wahrheit heutzu Tage mit so großer Grausamkeit, mit so großer Wuth und so großerRaserei kämpfen. Sie ist eine wahre Helena, mit welcher sie geistige
C 1'. 1221, eckit. cke I.von loliä. — „Daß sie Wunder von uns verlangen, istunsinnig. Wir erdichten kein neues Evangelium, wir bewahren nur das,welches die Wunder Christi und der Apostel bekräftigten." Widmung an Franz I.