Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

Zweifel über seinen Durchgang übrig zu lassen, ließ er alle Unbilden,welche er dem Kopisten über den Papst und das Papstthum eingeblasen batte,in Ruhe stehen. Die Katholiken erheiterten sich an den Umschwenkun-gcn seiner kehre, zum Beispiel bei der Lehre von dem Sacramentc derCucharistic, von der Gnade und dem freien Willen. Aber die SchülerCalvin's lachten über die Beurtheilungen, und fuhren fort, mit jung-fräulicher Aufrichtigkeit zu behaupten, ihr Vater babe nichts an derLehre geändert, die er ihnen gegeben habe. 0 Calvin selbst verdientgrößern Glauben, er hat selbst bekannt, er habe die Feile angewandtund den Stttl geändert:Was die erste Ausgabe dieses Buches be-trifft, so erwartete ich nicht, daß es so gut ausgenommen würde, wiecs der Wille der unschätzbaren Güte Gottes war: ich habe mich zuleicht damit befriedigt, habe mich zu kurze Zeit damit beschäftigt. Alsich aber später sab, daß das Buch so günstig ausgenommen wurde,wie ich mir nicht zu wünschen getraut hätte, viel weniger hoffte, sofühlte ich mich um so mehr verpflichtet, mich mehr zu befriedigen undmeine Verbindlichkeiten gegen diejenigen, welche meine Lehre mit sogroßer Gewogenheit aufnahmen, noch vollkommener zu lösen, da esundankbar von mir gewesen wäre, wenn ich ihrem Verlangen nicht soweit entsprochen hätte, als es meine Wenigkeit vermochte. Diesemeine Pflicht suchte ich nun nicht nur zu erfüllen, als das genannteBuch zum zweitenmale gedruckt wurde, sondern ich habe es auchjedesmal, so oft es wieder abgedruckt wurde, einigermaßen vermehrtund bereichert. Wiewohl ich nicht Ursache hätte, wegen der Arbeit,welche ich übernommen babe, mißvergnügt zu sein, so muß ich dochbekennen, daß ich selbst nie befriedigt war, bis ich sie in die Ord-nung gebracht habe, welche ibr jetzt finden werdet, und welche, wieich hoffe, euern Beifall haben wird. Ich kann wirklich zur Versicherung,daß ich mich nicht schonte, der Kirche Gottes so eifrig zu dienen, alses mir möglich war, anführen, daß ich mich im vergangenen Winter,als mir das viertägige Fieber mit dem Abschiede von dieser Welt drohte,um so weniger schonte, je mehr mich die Krankheit drängte, bis ichdas Buch vollendet hatte, welches nach meinem Tode Zeugniß gebentollte, wie sehr ich denjenigen zu willfahren wünschte, welche es zubenützen verlangen. Ich hätte es wohl früher thun mögen, aber csist früh genug, wenn es gut genug ist. Nun täuscht sich der Teufelund seine ganze Rotte sehr; wenn er glaubt, er könne mich besiege»oder entmuthigen, wenn er mich mit so frechen Lügen belästigt."

1) In iloctiins gusm inilio trsclillit »cl oxtremuin constsns nibil gi'ordiüiiiniuulsvit, Hnoll gsuois noslrs memoiüs tlleologis contigil. Hers.