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„Wir sagen," spricht Calvin, „die römische Kirche sei keineTochter Jesu Christi, ihre Päpste haben sie durch ihre Gottlosigkeitentweiht, sie vergiftet und getödtct."
„Und wir bekennen," sagt Luther, „daß im Papstthume die rechteheilige Schrift sei, weil sie die Taufe, Absolution und das Evange-lium habe." 2)
Als die Universität von Helmstädt im achtzehnten Jahrhundert in Be-treff der Ehe der Elisabetha von Braunschweig - Wolfenbüttel mit demErzherzog von Oesterreich, zu Rathe gezogen wurde, fügte sie ihrerErklärung bei — die Katholiken haben allein den Grund und Ur-sprung des Glaubens, die römische Kirche sei die wahre Kirche, welchedas Wort Gottes höre und die von Jesus Christus eingesetzten Sakra-mente bewahre.
Calvin fährt fort: — „Ich behaupte, der Papst in Rom sei dasHaupt und der Fürst des verfluchten Reichs des Antichrist."
Und die Väter von Augsburg erheben sich, um den Antichrist zuvertheidigen, und sagen:
„Dieß ist fast die Summa der Lehre .... die gemeiner chrislllicker, ja römischer Kirchen nicht zuwider noch entgegen ist."
Damals also, als Calvin den römischen Stuhl so arg beleidigte,vcrtheidigte ihn die deutsche Kirche, ihre ruhmvolle Versammlung vonSchriftstellern, ihre Gemeinschaft von Gelehrten, öffentlich gegen denSchüler von Novon.
„Ich behaupte," sagt Calvin, „daß man allemal, so oft manGott in Bildern darstellt, seine Ehre beflecke und durch die Gottlosig-keit der Lüge schände; daß ihm alle Standbilder, die man von ihmmacht, alle Gemälde, welche man von ihm malt, unendlich mißfallen, geradeals wenn man ihn ebenso oft beleidigen und beschimpfen würde."
Dieselbe Sprache führte Carlstadt in Wittenberg vor allen Bil-derstürmern, als Luther die Kanzel bestieg und die thörichten Träu-mereien des Archidiakons strafte. Er ließ die Standbilder der Heiligenwieder aufrichten, und wurde dafür von dem ganzen gelehrten Deutsch-
1) Instit. ckret. >>. 774.
2) lUsi lateninr 00s esss ecclesism qniu üatient I)3jitism»m, stiso-tutionem, textnin evsnzelii. I.utü. in 28. t-enes. toi. 006.
3) Hlemoii'es >ione servie <1 I' Ilistoire Ixeelösiastiane pencksnt te 18sivcle, t. 1.
4) Bckennlmß des Glaubens ,c. Walch. Pd. XVI. S. 1005.
5) Inst. O-et., p. 51.
0) Ib.