Deducation für Franz I. gestellt, welche er, wie das Buch selbst, einigeJahre später in die französische Sprache übersetzte. Die Deducativn isteines der bedeutendsten Denkmale der französischen Sprache: sie ist kühnund beredt, voll trefflicher Redewendungen. Als sie erschien, erklärtendie Gelehrten, es sei eine Rede, würdig eines großen Königs, wür-dig, den Eingang zu einem prachtvollen Gebäude zu bilden, eine Ab-handlung, die mehr als einmal gelesen zu werden verdiene und derEinleitung de Thou's zu seiner allgemeinen Geschichte, und jener desCasaubonus zum Polpbius an die Seite gestellt werden dürfe.
Wir kennen unter allen Schriften der Protestanten keine, die be-redter gegen das Princip der Reformation auftrat, als die „christlicheUnterweisung." Bossuct hätte mit all seinem Genie nicht vermocht,was Calvin vermochte. Es ist ein mit großer Mühe und Gelehrsam-keit verfaßtes Buch, das bestimmt war, dem Katholicismus den Todes-stoß zu versetzen, die Staatsreligion Frankreichs zu ändern und denKönig Franz I. zum Uebertritt zu bewegen. Man hoffte, es werdeden alten Glauben unserer Väter zerstören, der so vielen SophismenWiderstand geleistet hatte, der das Schwert so vieler Neuerer über-wunden hatte; und es sollte geschehen, daß dieses Werk nach demWillen der Vorsehung die schrecklichste Waffe wurde, welche die Refor-mation je gegen sich selbst hätte schmieden können. Wenn Calvin indieser öffentlichen Beichte die Wahrheit sagte, muß man alle Bücherder andern Reformatoren verbrennen; wenn er ein von Gott gesandterApostel ist, sind die deutschen Protestanten nichts anderes, als Doctorender Lüge; wenn die „Unterweisung" unter der Eingebung der ewigenWeisheit geschrieben wurde, sind die babylonische Gefangenschaft Luther's,das Augsburger Glaubensbekenntniß Melanchthons, die Schrift „Dovorn et lalsa religiono" von Zwingli, und jene „De eoeua" von Oeko-lampadius lauter Bücher, die man in das Feuer werfen muß. Denndie Lehren, welche Calvin in seiner „christlichen Unterweisung" auf-stellt, sind nicht dieselben, welche die deutschen Neuerer lehren: dasWort des Einen ist dem Worte des Andern nicht ähnlicher, als derSchatten der Sonne: Wenn Gott den Israeliten von Noyon mitseiner Wolke deckte, mußte er die deutschen Doctoren in der Finster-niß lassen: die Reformation soll selbst entscheiden.
t) „Man hat in der gelehrten Wett gesagt, daß es nur drei treffliche Vorredengebe: die des Präsidenten Thuanus vor seiner Geschichte, die des Casau-bonus ad Polybium, die dritte Calviicks. Morus pnnegvrigue, p. 10t.,Inst. Lei. Icsrck, et Melange critique eie teu. M. ^neiilon, Uasle ItM,gg. — ianeguil Lelevre in Senligerana, p. 4t>. Bayle fügt dendrei schonen Vorreden noch jene Peliffon's zn den Werken Sarazin's Hinz».