König ließ sich erweichen, er gab sich zufrieden und wollte die Prä-dicanten Horen. Noussel, Bcrthaud und Coraud predigten nacheinan-der vor dem Könige und der Sorbonne: Berthand und Coraud wur-den beim Austrit aus der Kircke gefangen genommen und eingcsperrt.Bcrthaud entkam und traf auf seiner Flucht eine Kirche an, in welcheer trat, weinte und Neue fühlte. Coraud ging geraden Weges indie Schweiz, wo er mit Farel zusammentraf, ein junges Mädchenverführte und Prävicant wurde. Rvusscl rettete sich nach Nerac, weilder Lieutenant Morin Befehl erhalten hatte, ihn entkommen zu lassen.Noussel nahm seinen Gencralvicar mit sich, einen Mönch vom Ordendes heiligen Bernhard, Namens Aimerici, welcher nach dem Todeseines Bischofs die Kutte ablegte und das Unglück hatte, ein altesWeib zu hciralhen, bei der er aus Langweile starb.
Man gebrauchte Frauen und hohe Damen, welche den KönigFranz I. zum Uebertritt bewegen sollten. Die Jntrigue wurdeerneuert.
Unter den Rednern jener Zeit, war insbesondre Le Coq beliebt,der Pfarrer von Eustachius, eine Art ländlicher Missionär, welcher sichnicht scheute, den Höflingen die Wahrheit zu sagen, und welcher ihnenanstatt des Weihrauchs sein von biblischem Zorne erfülltes Wort in'sAngesicht warf: ein Volksredner, über den die Gelehrten sich lustig machten,weil er mit der französischen Sprache nicht gelinder umging, als mit dengrossen Herrn. Man weiß nicht recht gewiss, warum er sich für dielutherischen Neuerungen eingenommen fühlte. Diejenigen, welche sieverkündeten hatten gewöhnlich bleiche Gesichter, kränkliche Züge, einTodten ähnliches Aussehen, während die Mönche rothe Gesichter hat-ten; Le Coq selbst war nun sehr bleich, und fühlte Lust, den rochenGesichtern zu Leibe zu gehen.
Die Herzogin d'Etampes und die Königin Margaretha beredetenden König, den Prediger von St. Eustachius zu hören. Die Pre-digt war schon im voraus gemacht worden. Le Coq erzürnte sich,wie gewöhnlich, schlug mit der Faust auf die Kanzel hinein, undschrie aus vollem Halse, es sei nicht nothwendig, dass man auf dieGestalten schaue, und auf das achte, was auf dem Altäre vorgehe,sondern man müsse sich auf den Flügeln des Glaubens zum Himmelerheben: „sursum corcka," „sursum corckn" wiederholte er! Diehoben Damen, welche der Predigt beiwohnten, sprachen lestc, „sur-
1) Ilistoiro. cke ^rsncowe I. psr Osillsrck. Miwbourg, bistoiro cku (lsl-viniswe, liv. I.