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1 (1843)
Entstehung
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«um aoräa," aber der Cardinal du Bellav ging geärgert hinweg; erließ den Priester nach Hofe kommen. Le Coq wollte disputiren: dieHerzogin d'Ctampes war seiner Ansicht: die Disputation fand statt.Der Cardinal wurde leicht fertig mit der Schwatzhaftigkeit des Mis-sionärs. Le Coq verlor an diesem Tage all seinen Ruhm: die Her-zogin d'Ctampes wollte ihn nicht mehr sehen, sie verschloß ihm dieThüren ihres Palastes.

Sie hatte einen Tischgenossen, der für einen großen Theologengehalten wurde: es war Landri, ein andrer Pfarrer, der nurschreien wollte. Landri hatte zuerst eine Audienz bei dem Könige,welche die Herzogin eingeleitet hatte: der arme Mann sprach aber soerbärmliches Zeug über das Fegfeuer und die Verehrung der Heiligen,daß man ihn höflich abwies, und auf seine Pfarrei zurückschickte.Landri bekehrte sich aus Aerger zum Katholicismus.

Diese fremde Disputirwuth, machte die Gemüther zur Schwär-merei geneigt, brachte Zwietracht in die Familien, nährte den Haßund erfüllte Frankreich mit Unruhen und Empörungen. Es traf sichimmer so, daß jeder Streiter den Sieg errungen haben wollte, undauf seinen Ruhm stolz war. Wer die Wahrheit suchte, durfte ver-sichert sein, sie in zwei feindlichen Kirchen zu finden. Man mußteaber an sich selbst die Frage stellen, wie die Wahrheit, wenn sie Eineist, das Erbe Zwingli's und Luther's, Bucer's und Farel's, desOekolampadius und Carlstadt's sein könnte, die sich nicht verstanden,und sich gegenseitig ohne Gnade und Barmherzigkeit verdammten?

Man wollte das Gewissen des Königs beunruhigen, ihn allmä-lig zu Zweifeln bringen; dann hätte man ihn in Ruhe und Frie-den gelassen, bis ihn der Zweifel in die Arme der Ketzerei geworfenhätte. Dieser Kunstgriff war geschickt.

Melanchthon war damals in Deutschland wie in Frankreich hochgeehrt. Man wußte, daß er mit den Puritanern seiner Partei ge-brochen hatte, und daß er eine Versöhnung zwischen Luther und demPapste zu Stande zu bringen suchte. Die Herzogin d'Ctampes unddie Königin Margaretha faßten den Plan, den sächsischen Humanistennach Frankreich zu berufen. Franz l. gab, nachdem große Schwierig-keiten bei ihm zu überwinden gewesen waren, die Zustimmung, daßMelanchthon kommen und mit dem berühmtesten Theologen der Haupt-stadt disputiren sollte. Das Schreiben des Königs an den Professorin Wittenberg ist ein Muster von Höflichkeit:

Ich habe vor einiger Zeit durch Wilhelm du Bellay, Herrn vonLangey, einen Edelmann unserer Kammer und Rath unseres Cabi-