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1 (1843)
Entstehung
Seite
69
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steil der ersten Kirche nachzuahmen; da las man ein in lutherischerWeise abgefaßtcs, französisches Gebet vor. In Abwesenheit Rousselsnahm ein flüchtiger Carmelitcrmönch, Namens Solon das Wort. DieserMönch ließ nicht ermangeln, Beleidigungen gegen daspäpstischc Volk"auszusprcchen. Man nahm sie gewöhnlich unter großem Gelächter auf,es war als wenn man einer-Liebesgeschichte von Despcrriers zugehörthätte, lieber die katholische Messe wurde viel gespottet, man wolltesic durch die Messe in sechs Punkten ersetzen.

Wir wollen nun sehen, was das für eine Messe in sechs Punkten ist:

Die Messe mit der allgemeinen Communion, erster Punkt;

Die Messe ohne Aufhebung der Hostie, zweiter Punkt;

Die Messe ohne Anbetung der Gestalten, dritter Punkt;

Die Messe mit der Darbringung des Brodes und Weines, vierterPunkt;

Die Messe ohne Erinnerung an die Jungfrau Maria und dieübrigen Heiligen, fünfter Punkt;

Die Messe mit der Brechung des Brodes auf dem Altäre; zuerstdurch den Priester, dann durch die Gläubigen, sechster Punkt;

Die Messe durch einen verheiratheten Priester celebrirt, siebenterPunkt.

Das ist die Messe katholisch, lutherisch und calvinisch.

Die Damen d'Etampes, de Cani und de Pisseleu waren ganzvernarrt in die Messe in sieben Punkten; wenn man ihnen darin bci-gestimmt und vielleicht noch die Abschaffung der Beichte gutgeheißenhätte, würden sie es mit den andern Dogmen der katholischen Kirchenicht strenge genommen haben: sie nahmen das Primat des Papstes an,das Fegfeuer, die Verehrung der Jungfrau Maria, und der Heiligen,die meisten Sacramente und sogar die Hölle. Nur ein Gebetbuch infranzösischer Sprache ging ihnen ab; man erhielt eines. Margarethaließ durch den Beichtvater des Königs, den Bischof von Senlis, dessenRechtgläubigkeit unbezweifelt war, die Tageszeiten übersetzen.

Das war nun eine wichtige Neuigkeit, daß dieses ganz franzö-sche Meßbuch unter den kleinen Hof von Nerac kam, der es mit An-dacht las, dann commentirte, erklärte, das heißt, so verdrehte, daßman es am Ende gar nicht mehr verstand. Alle Welt wollte es haben,als es unverständlich geworden war. Man druckte es im Geheimen,mit kleinen Noten, Glossen und Scholien und bestellte Hausirer, die

2) kloriinonck cko kacmonck, 688