68
werden sehen, „ob die Sünden Frankreichs und seines Königs," wieBeza sagte, „den Zorn des Himmels über unsere Voreltern brachten,und ob es wahr ist, daß die Neuerer gelehrter waren, als die Väterin den ersten Zeiten der Kirche?"
VII. Kapitel.
Die Frauen.
Ränke der Hofdamen, durch die sie die Reformation in Frankreich einführcn woll-ten. — Die Herzogin d' Etcimpcs. — Die Damen Pisseleu und (5ani. — DieMesse in sieben Punkten. — Reformirtc Hausirer. — Le Coq, Pfarrer vonSt. Eustackius, predigt vor Franz I. -- Man sucht Melanchthon nach Frank-reich zu ziehen. — Schreiben dieses Gelehrten an den König. — Der Eardinalvon Tournon vereitelt die Verschwörung der Damen. — Die Schmähschriften.
Wer würde heut zu Tage glauben, daß eine Frauen-JntrigueFrankreich bald um sein altes Athanasisches Glaubensbekenntniß gebrachthätte: diese Verschwörung hatte den vorgeblichen oder wirklichen Autordes Heptameron's zu ihrem Oberhaupte, und zu Mithelfern die Her-zogin d'Etampes, welche ihre Gunstbezeugungen dem Könige Franz I.um den Preis eines Gemäldes von Raphael verlauste, dann ihreSchwester, Madame de Pisseleu, und Madame de Cani, welche dieihrigen den Liebhabern des Hofes schenkten. Margaretha hatte in Pauein schönes Schloß, in welchem später Heinrich IV. geboren wurde; eswar eine ächte Ritterwohnung, ganz mit Zugbrücken umgeben und un-überwindlich dem menschlichen Blicke, wäre er auch so durchdringendgewesen, wie jener des Lieutenants Morin. In dieser alten Behau-sung versammelte sich der Hof der Königin am Abende, um die Chri-
I) Dieero nuc immerito ljuickom ul ozunor consueri <Ium illn tempnra.nposlolis Mi.im ju'oxim» euw noslris comzuiru scientino minus illusImöuisse, Iler», vp, I, I'Ii.