es in der That nicht Vieles, dessen man sich rühmen könnte. Wirwollen hier nicht von Italien reden, das seine Historiker hatte, alssich Frankreich in der lateinischen Grammatik versnchte. Welches Kunst-werk hat die Reformation veranlaßt? Keines. Die Reformation be-geisterte keinen Künstler wie Rour, den Architekten, Dichter, Musiker,den Domherrn der dotirten Capelle von Paris, wenn er die großeGallerie von Fontainebleau baut, keinen Leonardo da Vinci, der inden Armen des Königs Franz, seines edlen Freundes stirbt, keinen JulioRomano, den dieser Fürst durch seine Gunstbezcugungen nach Frankreichzieht, keinen Andrea del Sarto, den Maler der Madonna dcl Sacco,keinen Benvenuto Cellini, den so poetischen Ciseleur, keinen Prima-tice, der Fontainebleau zu einem Vatikan umschafft, keinen Vecclli,den großen Coloristen von Venedig: Maler, Bildhauer, Humanisten,Gelehrte, ihr gehört dem Katholicismus an! Wir nehmen euch alsseinen Ruhm in Anspruch. Der Zweifel, sagt der große KritikerPlanche, ist eine Methode der Erforschung und nicht der Lehreoder der Schule: der, welcher lehrt muß schon glauben; Calvin glaubteaber nicht, er zweifelte nur. Er mag sich also immer aufthun inseinem Stolze, sich der Sonne vergleichen, sich schmeicheln, er habeseinem Lande das Licht und die Wahrheit gebracht. Wir glauben,Budäus, Danesius, Johann du Bellay, Vatablus und die Schaarvon Griechen und Italienern, welche sich ans den Ruf des großenKönigs mit der Bevölkerung von Paris vermengten, sind ruhm-volle Repräsentanten der Wissenschaften; wir glauben Sadolet, Nicolai,Hieronymus Porcher, Petit, Wilhelm Pelissier, Briconnet, die Zier-den des französischen Episcopats, haben das Evangelium gelehrt undausgeübt; wir glauben, daß die Reformation in der Person Calvin'seben so wenig die Aufklärung als die Wahrheit gesunden habe; dieeine wie die andre waren schon das Erbtheil Frankreichs, als er davonträumte, Luther auf's Neue erstehen zu lassen und Franz I. zu be-kehren, indem er ihm sein Buch von der „Unterweisung" widmete.
Wir müssen nun die Bemühungen des Protestantismus kennenlernen, durch die er das religiöse Ansehen des Landes ändern und derkatholischen Symbolik, welche gestern war, wie sie morgen sein wird,die tausenderlei Bekenntnisse seiner Lehrer unterschieben wollte. Wir
1) k.'^iNiste, nnvemliro 1830.
2) 8uperl>i.im illum itoWZunt loci will«! in guillns roli so eninp.ii .inl; Pinwnolni.i Incem, pro lulsn verum -lUuIisse in p.itrnnn ^Inri.ilnr.p)'rius Miss«, viti» Ualviui, p. 2S.
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