düng mit einigen der berühmtesten Stimmführer des Protestantismus.Jeder andere, welcher ohne Vorurtheil gegen den Katholicismus hiehergekommen wäre, hätte eine heilsame Lehre in der unaufhörlichen Auf-regung gefunden, welche in dieser Stadt herrschte, die nicht wußte,worauf sie sich stützen sollte, um Ruhe zu gewinnen, die seit dem Jahre1521, lutherisch, wiedertäuferisch, zwinglisch war, und in diesem Au-genblicke von einer neuen Umgestaltung träumte, die sie mit Hilfe Bucer's,eines ihrer neuesten Gäste, vornehmen wollte.
In Basel fand Calvin Simon Grvnäus und Erasmus. Calvinkonnte den niederländischen Philologen nicht vergessen, dessen Nameeinen europäischen Ruf hatte; nach einer kurzen Unterredung schiedensie von einander. Bucer, welcher dem Gespräche beiwohnte, wolltedie Meinung des schalkhaften Greises erfaßen. „Meister," sprach er,„was halt«t ihr von dem neuen Gaste?" Erasmus lächelte, ohne zuantworten; Bucer bestand auf seiner Frage: — „Ich sehe eine großePest entstehen, in der Kirche, gegen die Kirche," sprach der Verfasserder Schrift: „«Io lilloro -uVitrio."
Am folgenden Tage kam der Parlamentsschreibcr du Tillet vonParis nach Basel und führte seinen Bruder Ludwig mit Bitten undThränen hinweg; worauf er dann Reue bezeugte, seine Verirrungenabschwor und bald darauf zum Archidiacvn erwählt wurde. DieseWürde machte ihm Rcnaudie streitig, dessen sich die Reformation zurVerschwörung von Amboise bedienen mußte. 2 )
Die „Psychopannychie," das erste polemische Werk Calvin's,tst eine Streitschrift, welche er gegen die Secte der Wiedertäufer rich-ete, welche der Bluttag von Frankenhausen besiegt, aber nicht gebän-digt hatte. Der Geist Münzer's lebte in den Schülern wieder auf,welche mit ihren mvstischen Träumereien nach Holland, Flandern undFrankreich auswanderten. Luther hatte wohl den Versuch gemacht,Münzer zu gewinnen, indem er sich einbilvete, daß er mit Hilfe seiner
1) Video inn-rnam >>esten> ori in eeclesi» contra ecelesiam, Barckhuse»erhebt in seiner historischen Nachricht über Calvin (S. 24) Zweifel über denden Satz des Erasmns und über einige Umstände, welche von Florimond deRaemond in Betreff der Unterredung berichtet worden sind,
2) I>'Iorimo»<1 cle kaeinouck, pag. MV,
4) Sein Werk führt den Titel: „Traite >>ar Icgnel ,cst pronve gne los amesveillent cl vivenl ajncs gn oilos sonl sorlies «In cor,,s: contre I'erreurclo cznelgnes iznorants ,s»i i>ense»t isn'elles elormcnt sus^n'au su^e-menl «lernier, lUctace cke denn Calvin ackresseo ä nu de ses amisli'Orleans, lö:l4," Zn lateinischer Sprache: „psvckoi'unn^cliia guo re-kellitnr eornm error gui animas i>ost mortem usguo all ultimum fncki-einm ckormire putanl. Varis 1534.