thue, werde er Mittel finden, daß man davon mehr als 500 Jahre redensoll; als darauf der genannte Herr von Charreton in ihn gedrungensei, er solle ihm sagen, was er zu thun gesonnen sei, habe er ihn inein Zimmer geführt und ihm den Anfang seiner „Unterweisung" gezeigt;nachdem er einen Theil gelesen habe, sei Charreton von Calvin um sein Ur-theil gefragt worden: darauf habe er ihm gesagt, es sei „in Zuckereingemachtes Gift," und er werde doch wohl eine Arbeit nicht fortsetzen,die nichts anders sei, als eine irrthümliche Auslegung der heiligen Schriftund alles dessen, was die heiligen Väter geschrieben haben; und als ergesehen habe, daß er fest auf seiner bösen Absicht beharre, habe erden Connetable davon in Kenutniß gesetzt, der ihm sagte, Calvin seiein Narr und man werde ihn wohl noch zur Vernunft bringen. Alsaber zwei Tage später das Benefizium an einen Verwandten des Con-netable vergeben worden sei, habe sich Calvin zurückgezogen und seineIrrlehre zu gründen begonnen, welche sehr bequem sei und deßhalbvon einem großen Theil des Volkes, theils aus Leichtfertigkeit, theilsaus Unwissenheit angenommen worden sei. Als sich der Connetable einigeZeit darauf in sein Gouvernement nach Languedoc begeben habeund durch Lion gekommen sei, und der genannte Herr von Charretonihn besucht habe, hätte er ihn gefragt, ob er nicht zu Cälvin's Sectegehöre: worauf er ihm geantwortet habe, er wäre sehr unglücklich,wenn er sich einer Religion anhäugen würde, deren Vater er hätteaufwachsen sehen. Zur Beglaubigung dessen haben wir uns unter-zeichnet, in Paris den 20. September 1682. Charreton, Präsident,A. Charreton, Wittwc Renouards und Charreton de la Terriere,
Nachdem Calvin in Orleans seine „Psvchopaunychie H1534)"berausgegeben hatte, reiste er ab. Cr hatte vor, Basel zu besuchen,das damalige Athen der Schweiz, die berühmte Stadt, welche Eras-mus so lange bewohnt hatte; den Aufenthaltsort der Gelehrten, be-rühmter Buchdrucker, Theologen; wo Frobenius seine schöne Ausgabeder Werke des heiligen Hieronymus beendigte, wo Holbein seinen Chri-stus im Todtcntuche malte, wo Capito die hebräische Sprache lehrteund Oekolampadius seine Psalmen erklärte.
Er verließ Orleans und nahm seinen freund du Titlet mit sich. Inder Nähe von Metz plünderte sie ihr Diener aus, und entfloh mit ihremMantelsack und ihren Kleidern, sie waren genöthigt, zu Fuß nachStraßburg zu reisen, beinahe ohne Kleider; ihre ganze Habe betrugnicht mehr als zehn Thaler. Calvin brachte hier einige Zeit damit zu,daß er die verschiedenen Umgestaltungen studirte, welche die rcformirtcLebrc seit fünfzehn Jahren erfahren hatte. Er trat in enge Berbin-