Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

der Abhandlung des Philosophen Seneca nachgesucht hatte. Das Zeug-nis dieses Geschichtschreibers ist gewichtig. Soulier war weder domHasse, noch vom Zorne, noch von andern Leidenscbaften eingenommen, er suchte die Wahrheit und glaubte sie in einem Schreibengefunden zu haben, welches man hier lesen möge.

Wir Unterzeichnete Louis Charretvn, Mitglied des königlichenRathes, Aeltester der Präsidenten im Parlamente von Paris, Sohndes seligen Herrn Andreas Charreton, der bei Lebzeiten erster Baronder Champagne und Rath der großen Parlamentskammer von Paris war:Frau Antonia Charreton, Wittwe Nocl Renouards, der bei LebzeitenMagister in der Rechnungskammcr von Paris war, die Tochter desseligen Hugo Charreton, der bei Lebzeiten Herr von Montaugon war,und Johann Charreton Herr de la Terriere; alle drei Geschwisterkinderund Enkel Hugo Charretons: wir behaupten, daß wir unsere Vätermehrmal haben sagen hören, der genannte Herr Hugo Charreton, Herrde la Terriere und Douze, habe ihnen mehrmal gesagt, daß unter derRegierung Franz 1., als der Hof zu Fontainebleau war, Calvin,Benefiziat in Nopon, dahingekommen sei und in dem nämlichen Hausegewohnt habe, in welchem der genannte Herr von Charreton wohnte,welcher vernommen habe, daß Calvin ein gelehrter und sehr wissen-schaftlicher Mann sei: da er die Gelehrten liebte, habe er ihm kundgethan, daß es ihn sehr erfreuen würde, wenn er mit ihm in's Ge-spräch kommen könnte, was Calvin um so lieber einging, da er sicherglaubte, daß der genannte Herr von Charreton ihm in der Sachebehilflich sein könnte, welche ihn nach Fontainebleau geführt hätte:nach einigen Unterredungen habe ihn der Herr von Charreton um denZweck seiner Reise gefragt: worauf Calvin geantwortet habe, er wolleein Gesuch an den König stellen, bei welchem er nur Einen Mitbe-werber habe, welcher ein Anverwandter des Connetable sei, woraufihm der genannte Herr von Charreton geantwortet habe: er glaube,daß nichts daraus werde. Calvin habe dann gesagt, er wisse zwar,in welchem Ansehen der Herr Connetable stehe; er wisse aber auch, daßder König die tüchtigsten Personen wähle, um ihnen Benefizien zuverleihen, und der Anverwandte des Connetable sei ein sehr schwacherKopf: darauf habe der genannte Herr von Charreton ihm geantwortet,es komme darauf nicht an, und es bedürfe keines großen Talentes, umein unbedeutendes Benefizium zu erlangen. Da habe der obgenannteCalvin ausgerufen und gesagt, wenn man ihm ein solches Unrecht an-

I) 8c>ulisr, lUstoire cts Oslvinismo. Paris, 168U in 4 ", >). 6 8.Audinl Leben Calvin'S I, Bd. ^