einen Tbeil von unserni Frankreich. Als er so nach langer Zeit dieHerren geneigt sah, ibm zu folgen, wollte er einen Schritt weiter tbun,er sandte uns Geistliche, die von uns Prädieanten genannt wurden,sie sollten seine Religion in Schlupfwinkeln ausüben und sehen, woin unserer Stadt Paris die Feuer gegen sie angezündet wären."
Die Staatsgewalt war anfänglich zu Drohungen geschritten;rie Drohungen waren aber vergeblich geblieben. Sie wandte die Ge.fang nisistrafe an, durch das Gefängniß wurde Niemand bekehrt. DieLutheraner wünschten in ihren bei der Nacht verbreiteten Schmäleschriften der Obrigkeit den Unwillen der Menschheit, den Fürsten denZorn Gottes, den Päpstlern die ewigen Flammen. Wenn man sie ver-bannte, kehrten sie sogleich wieder nach Frankreich zurück, mit einemPro seliten-Eifer, der durch all die Erduldungen, welche sie in derVerbannung abgehärtet batten, noch vermehrt worden war. Wennman ihnen aus der Bibel die Stelle vorlas, in welcher der Apostelempfiehlt, man solle den Mächten der Erde Geborsam leisten,zeigten sie aus ihren Vater in Christo, wie er auf der Reichsversamm-lung in Worms den Kaiser und die Reichsstände berausforderte, undGott mehr gehorchen wollte, als den Menschen. Luther war in ihrenAugen ein neuer Paulus, dessen Lehre die Welt von den Finsternissendes Aberglaubens befreien sollte. Wenn man ihnen sagte, Luther seivon dem heiligen Stuhle verdammt worden, antworteten sie in latei-nischen Versen, welche man über den Rhein gebracht batte:hsgerosikus si cki'ßrms orit Cutlrerus in ulüs,
Ct Christus cki'gnus criminis Kusus orit.
Sagt man, dasi Lutherus sei schuldig einiger KetzerevaiEi so muß dann Christus selbst dieses Lasters schuldig sevn.
Die Obrigkeit wollte die längste Zeit nicht wissen, was auf Erdenvorging und was die Ketzerei angerichtet halte, denn sonst batte ihr esselbst rer arme Earlstadt zeigen können, der vor dem Zorne Luther'sfloh und genölhigt war, Sachsen zu verlassen und in der Fremde umsein Brod betteln zu gehen, weil er an die Lehre des Mönchs geglaubthalte und eine neue Lehre in der reformirten Welt einführen wollte.
Jetzt nahm man zur Gewalt die Zuflucht: man errichtete Scheiter-haufen, auf welche einige Schwärmer stiegen, die der Tod zu Martvrernmachte. Es waren leichtgläubige, mehr des Mitleids als des Zorneswürdige Seelen, welche durch ihren Abfall den Himmel zu verdienenhofften, und für die Verherrlichung einer Lehre starben, die sie nichtverstanden und für die heut zu Tage nicht einer der NachfolgerCalvins auch nur einen Tropfen Tinte vergießen möchte! Der Christus,