graue» Haare des katholischen Priesters, auf das zeitliche Brod, dassie ihm rauben, auf die gewohnte Seelsorge, die sie ihm entziehen.Wenn sie in Genf in den Tempel des heiligen Petrus treten, und aufdas Bildniß des Heiligen stoßen, welches die Volkswuth niedergelassenhat, wird weder der Eine noch der Andere sich bücken, um die Trüm-mer zu sammeln, weil dieses Bildniß in ihren Augen Erinnerungen aneinen Gottesdienst weckt, dessen Abschaffung sie für ihren Beruf halten.Wenn auf dem Richtplatze (Champel) ein Scheiterhaufen errichtet wird,und ein Mann ihn besteigt, der dem Herrn lobsingt; so dürft ihr ver-sichert sein, daß Calvin nicht einmal seine Stimme ändern wird, undwenn auch eine Thrä'ne das Auge Bezas netzt, wird er sie mit seinemgeistlichen Gewände so abzuwischen wissen, daß sein Meister die Spurennickt mehr entdeckt. Liclleicht ist euch wenigstens an Beza diese Erstickungjedes menschlichen Gefühls erklärlich durch den Glauben, zu welchemihn Calvin gebracht hatte: denn Beide glaubten an die Vorherbe-stimmung. Sie ist bas Dogma des jugendlichen Reformators. Lutherkannte dieses entwürdigende System, welches den Menschen der Ver-zweiflung preisgibt und ihn an Gott selbst zweifeln ließe, er hat sichmit Melanchthon darüber ausgesprochen und Denjenigen verflucht, dercs zuerst in die Welt brachte. Es ist das sonderbare Schicksal derReformation, daß sie die edelsten Gefühle der Seele austrocknct, da siedieselben durch den „unfreien Willen" Luthers bis zum thierischen Triebeerniedrigt, ihr in dem Werke des erleuchteten Earlstadt, nach diesemLeben die Orte der Versöhnung raubt, wo sic noch weinen und büßenkönnte; und sie in der Anordnung Calvin's an den Fatalismus fesselt,wie einen Gefangenen an den Galgen. Das sind die drei großenWahrheiten, welche die Reformation den Menschen brachte: die Skla-verei des innen: Menschen, die Nutzlosigkeit des Gebetes, und das Zei-chen der Verworfenheit auf der Stirne des ncugebornen Kindes.
Es scheint, daß Calvin seine Ideen von der Vorausbestimmungschon zum System ansgcbildct hatte, und daß er über seine Lehrenerschrack; denn um diese Zeit sieht man ihn von Gewissensbissen geplagt,welche ibm die Ruhe des Herzens rauben. Die Furcht redet in seinenBriefen, ff) Er schreibt an einen seiner Freunde, an Franz Daniel:„Ich sehe um mich keinen sickern Zufluchtsort, obwohl mir meineFreunde von allen Seiten einen anerbietcn. Der Pater von Coiffart
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