hat sein Haus ganz hergerichtet, um mich aufzunehmen." Er warsogar von seinem Bischöfe abgesandt, als er den katholischen Schafenseine verderblichen Lehren predigte. Er verrichtet das Amt eines Pa-pisten, obwohl er dem Papismus entsagt bat. „Damals war mir dieGewissensruhe etwas ganz Fremdes," erzählter. „So oft ich in michselbst ging, oder mein Herz zu dir erhob, o Gott, faßte mich einaußerordentlicher Schrecken, den ich weder durch Sühnungen noch Ge-nugthuungen zu heilen vermochte. Je mehr ich auf mich Acht hatte,desto mehr quälten mich die Gewissensbissen, so daß mir keine andereLinderung und kein anderer Trost mehr blieb, als daß ich mich selbsttäusche, wenn ich mich vergesse!
Später hörte dieser innere Kampf plötzlich auf; die Linderung undder Trost kamen in seine Seele: das kommt daher, weil er nicht mehrrem Katholicismus angehört: „Gott hat," so soll man glauben, „seinHerz plötzlich bekehrt, bezwungen und zur Folgsamkeit geleitet." Cal-vin hat uns nicht gesagt, durch welchen Schlag der Vorsehung erplötzlich aus den Finsternissen des Papstthums herausgeriffen wurde.Mann kann sich nickt erklären, warum jener Geist, der Calvin erleuchtete,ihn nicht antrieb, seine geistlichen Schreiben an seinen Bischof zu schicken,ihm die Einkünfte seiner Curatie zurückzucrstatten, und nicht mehr vonrem Brode zu leben, das von ketzerischen Händen bereitet war? Er ißtnämlich noch das Brod von Pont l'Eveque, und nährt sich alle Tagedavon. Ohne dieses Brod der bischöflichen Barmberzigkeit, wäre erzu dieser Stunde nicht in Paris, er würde seine Lehren nicht aus dennahen Dörfern verkünden; ohne dieses Brod würde er vielleicht alsSchlosser arbeiten, wie sein Bruder, oder er würde vielleicht das Ge-schäft seines Vaters als Schreiber in Novon fortsetzen. Seine Mutterist nämlich gestorben; um sich in dieser Welt fortzubringen, hat er nurdie Freigebigkeit der Familie Mommor, welche ihre milve Hand viel-leicht von ihm zurückziehcn würde, wenn sie wüßte, welchen GebrauchCalvin von ihrer Güte macht; außerdem genießt er noch die Einkünfteseiner Psarrstelle, die sein Bischof als Almosen gab, und auch gebenwürde, wenn er wüßte, auf welcher neuen Bahn Johann in diesemAugenblicke wandelt, um ihn nur nicht Hungers sterben, oder verzwei-
1) Opus lr., p. IUI. Ovueve >611.
2) I'iuet. ml l'sickm. Deus tsinen -u'eunu j'on ilteutiue suae trenn eursunimeum ulin tunckei» ret'Iexiti ue priiuu, cum superstitionikus papstusmuchs pertinueiter uckclietns essem, tpuim nt tucile esset e tum prn-lunckn Intn me extruki, unimum meum snlnln conversicuie ml >1„ei-litstem subvzit.
AuLin: vsbcn CcUvin's l. Bd,
3