Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
26
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dächtniß, und lernte auf den Bänken, welche von Schülern aus allenLändern besetzt waren, ohne daß er cs vermuthete, das nämliche,was man damals in den Klöstern lehrte: das mechanische Verfahren derBeweisführung. Nur in Bourges wurde der Syllogismus Alciati'sin die antike Poesie getaucht, damit er einen lebhaftem Eindruck mache.Aus dem Kloster war Calvin mit einem einzigen Gotte gegangen, mitAristoteles; von den Bänken der Universität Bourges nahm er tausendmit sich, die ihm Alciati zur Anbetung gab. Cs waren die Gründerdes römischen Rechts welche der Mailänder in seinem lyrischenEnthusiasmus mit Nomulus verglich.

Bald vertauschte der Schüler die Kaiser, Konsuln, Edilen und dieMagistratur Roms gegen die Götter und Dichter Griechenlands, derenCult ein Deutscher, Namens Wolmar, auf Befehl des Königs inFrankreich verbreiten sollte. Melchior Wolmar liebte seine Schüler,die er für Sophokles und Demosthenes gewann, wie seine eigenen Kinder;er schmeichelte ihnen, und zahlte im Nothfalle auch ihre Schulden. Er-schien eine besondere Vorliebe für Johannes Calvin zu haben, für dieseDoppelnatur, die beharrlich war im Arbeiten wie ein Deutscher,raschim Auffassen der Lehrer seines Meisters und feurig bei den mündlichenDisputationen, wie ein Gallier."

Melchior Wolmar war ein Lutheraner und hoffte, daß sein Schülersehr viel für die Förderung der Reformation thun könne. Aus einemSchreiben an Farel erhellt, daß er insbesondere auf die eigensinnigeLaune Calvin's große Hoffnungen setzte:Calvins widerspenstigen Geist,schreibt er, fürchte ich nicht, ja ich boffe vielmehr Gutes von ihm,denn dieser Fehler ist ganz geeignet, unsere Angelegenheiten zu fördern,er wird ihn zu einem großen Dertheidigcr unserer Meinungen machen;denn er könnte nicht leicht gefangen werden, ohne daß er seinen Gegnerin größere Verlegenheiten setzen würde." Calvin vergaß diese Freund-schaftlichkeit seines Lehrers nie. Lange nach seinem Abgang von der Uni-versität, erinnerte er sich noch seines guten Wolmar und sagte ihm:Ich werde in meinem ganzen Leben nicht vergessen, mit welchemEifer du für mich besorgt warst, welche Liebe du zu deinem Schülerhattest und mit welchem Wohlwollen du meinen Geist mit allen Gabender Wissenschaft zu schmücken strebtest. Dir verdanke ich die Kenntniß

1) övnii.

2) De Oickvino non linn inMno ingonii «ui »ryk/rzar^, ginnn kenespero, ick c-nim vitii Agtum esl rel,»!, noswis, nl in ms^num ssneickoi-umnostroi-um ckogmstum evsckick; non enim tlleile rÄ,ii>ioterit guin msjorit>u?tricis «xlverssrios involvnt.