tod zu sterben fürchtete, auf dem Platze. Wäbrend der Verthcidigunggeriet!) Farcl in Zorn, sprach Unbilden und Beleidigungen aus, undwar dann genöthigt, die Stadt zu verlassen, die er in seinem Zornebeschimpft hatte.
Damals ging Calvin in sein neunzehntes Jahr. Am 27. Septem-ber 1527 wurde ihm die Pfarre Martcvillc zuerkannt; er hatte abernur die Tonsur erhalten. Einige Jahre später brachte es sein Va-
ter, welcher der Liebling des Bischofs war, dahin, daß sein Sohn aufdie Pfarre Pont l'Evequc versetzt wurde, „das Kirchspiel, in welchemsein Großvater wohnte, und wo Gerhard getauft wurde. So gabman den Schafen den Wolf zum Hüter." Es ist noch der guteAbt Claudius Hangest, welcher ihn zu dieser Pfarre vvrschlägt; aberder Schüler ist jetzt erwachsen, er ist ein Mann, und denkt nicht dar-an, die Hank zu segnen, die ihm für die Zukunft sein Auskommensicherte. Er hat nur die Freude eines stolzen Kindes, welches durcheine einzige Streitschrift Inhaber einer Pfarre geworden ist. Durch-suchet seine Schriften und Briese, ob ihr ein Wort der Liebe oder derErkenntlichkeit findet, das er für diese neue Wohlthat der Familie Mom-mor ausgesprochen hätte! Er hat ein kaltes Herz, das nur erlitteneBeleidigungen im Gedächtnisse behält. Wie hoch steht Luther überCalvin! An dem sächsischen Mönche wird alles zur Leidenschaft, sogardie Dankbarkeit. Mitten unter den Triumphen, die ganz geeignetwaren, ein junges Gemüth zu verblenden, empfindet er süße Erinner-ungen an die Cotta, welche ihm das erste Almosen zuwarf. DiesesBild der heiligen Frau, die so oft zwischen den Papst und den Doctortritt, hat, ich weiß nicht welche Anmuth, an der sich das Ungestümdes Reformators zu besänftigen scheint. Florimond de Raemond sagtaber von Calvin ganz währ: „Nachdem er auf Kosten des Crucifixes
gelebt hatte, vergaß er den, der ihn ernährt und aufcrzogen hatte."
Er kehrte nach Nopon zurück und predigte einige Male zu Pont-l'Eveque. Calvin erwähnt in seinen Briefen nicht, wie er sich vonseinen Mitschülern im Collegium, von seinem Lehrer Mathurin Cordier,
1) .Vloieri, artic. (ialvin. Urkundliche Belege II.
2) „Calvin war nie Priester, er hatte nur die Tonsur empfangen." Bayle. — „Ou<>loeo (I'ont I'Lveqiie) constat .1. ipsum tZalvinum anlequam Uallia exee-cleret, nullis alioqui siunliliciis orckinillus unquani initial,im, aliquot, ack)iop»Ium condones llatiuisse." Uera.
3) Itesmav, äctes clu ckspilre clediovon, bei Drclincourt, S. 168.
4) Paul Henry, Bd. 1. S. 34.
Z) klorim. äe kaemonck, Ilistoire cko Ilreresie cle cv siede.
6) öers.