teles. 'st Damals war es Mode unter den Humanisten, die den Zwei-fel in den Glauben mischten, daß sie sich über Aristoteles lustig mach-ten, welcher in den Schulen die Autorität eben so vertrat, wie sie durchras Papstthum in der katholischen Welt vertreten wurde. Uebrigensmußte Aristoteles dem jungen Calvin gefallen, mit seinem krittlichen,geschraubten Geiste, der den Svllogismus liebte, welchen Luther bintercsich ließ, „wie Abraham seinen Esel." Der Schüler aus Novon konntekeine Vorliebe für Plato haben: seine (Einbildungskraft war allzu tro-cken, als daß sie sich an den poetischen Träumen dieses Moralisten hättesesthalten können.
Um diese Zeit wurde Calvin mit Farel bekannt, diesem Puritanerder Reform, der das Reich seines Gottes mit Flamme und Schwertbegründen wollte, dessen Lippen Ockolampadius vergebens mit Honig zubestreichen suchte, kessen Gcmüth Erasmus, der ihn kennen mußte, als„lügenhaft, bösartig und aufrührerisch" bezeichnet. ^st Farel war ausGav gebürtig, der Sohn eines Notars Namens Fareau, und kam ausBasel. „Zwingli, die brennende, leuchtende Kerze Zürichs, Haller,das auserlesene Gefäß Berns, und Ockolampadius, die Lampe des Hau-ses Gottes, batten ibu als ibren Bruder ausgenommen und anerkannt." ^stCr trug seinen unstätcn Prosclptismus in der Schweiz umher und kamdann nach Basel, wo er zu einer Disputation hcrausfvrderte. LouisBerus, ein berübmter Theologe der Universität trat als sein Gegnerauf, mit dem Vorwände, daß die Sätze des -Fremden nach Ketzereiriechen. Farel schlug sic an der Thüre des Collegiums an: der Gc-neralvicar und der Rector der Universität verboten bei Strafe derCxcommunication, dem Dispute beizuwohnen. Der Senat hielt dadurchseine Gewalt für beeinträchtigt und gebot allen Theologen, Pfarrernund Schülern, daß sie sich bei dem religiösen Kampfe cinsinden sollten;ja er erklärte sogar, daß diejenigen, welche nicht erscheinen würden,das Recht verlieren sollten, sich der Mühlen und Backöfen zu bedienen,wie auch ihr Fleisch und Gemüse auf dem Markte zu kaufen, 's) Am15. Februar war also die ganze theologische Welt, welche den Hunger-
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2) Ilal-etis in peojnngnn novum Ixvnngelislnm I'Iiaeellum, guu nitiil viilinngnnm menclncins, vienlentins, u»t seditiosius. Iw, sn, XXX,, lil».XVIII.,
5) Xneülun, vie de t'neel, p. I!I7 — >!!><,
4) )1elell. .Vdnm in vjtis I'keul. exter. 114—114,