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Papstthnm die Christenheit gefangen halte, indem cs ihr das WortGottes entziehe. Das ist eine schmähliche Verläumdung, welchehinreichend widerlegt wird durch die Commcntare Cajctans über diePsalmen, durch die Bibelübersetzungen, welche theilwcise in Venedig,Rom und Florenz veröffentlicht wurden, dann durch die Bibelüber-setzung Le Fevre's. Unter den Verehrern der Wissenschaft bemerkteman ferner auch Wilhelm Farel, Arnold Roussel und Gerhard Roussel,welche ein Bischof von Meaux, Herr Brchonnet, dazu berufen hatte, daßsie in seiner Diözese den Geschmack an schönen Wissenschaften verbreitensollten.
Bei all seinem guten Willen hatte sich dieser Prälat doch in derWahl seiner Werkzeuge getäuscht; denn der größte Theil dieser Theo-logen war in Straßburg für irrgläubige Ideen in Betreff des freienWillens, der Gnade, der Rechtfertigung, der guten Werke, eingenom-men worden; die Einen folgten der Ansicht Luther's, die Andern derLehre Zwingli's, wieder Andere den Meinungen Bucer's. Es gabkeine Uebereinstimmung in der Symbolik, sie träumten Alle von einerReform des Katholicismus, welche dadurch errungen werden sollte, daßdie Autorität dem individuellen Sinne, das überlieferte Wortder persönlichen Auslegung, das Bild der Wirklichkeit, und das durchdie Lehre des Priesters erhellte Bewußtsein den launenhaften Erleuch-tungen des heiligen Geistes zum Opfer gebracht werden müßten.
Unter diese vom Zweifel und von Ungläubigkeit, Neuerungsliebcund Hochmuth durchdrungenen Theologen kam nun der junge Calvin!Mitten unter diesen religiösen Parteien aller Farben sollte Calvin dieWahrheit suchen.
Er stieg bei seinem Onkel Richard ab, einem Schlosser bei derKirche Saint Germain l'Auxerrois. Richard Calvin war ein recht-schaffener Handwerksmann, welcher den Sohn seines Bruders mehrereJahre hindurch unentgeltlich ernährte und beherbergte. Der Knabehatte eine kleine Kammer, welche gegen die Kirche hinging, deren Ge-sänge ihn am frühen Morgen weckten. Die beiden Mommor's, welcheihren Mitschüler begleiteten, hatten an der Schwelle der Schlosscrwerk-stätte Abschied von ihm genommen und eine Wohnung in der StraßeSt. Jakob bezogen. Diese Trennung tbat ihrer Freundschaft keinen
1) J,r den Predigten des Magister Mathe,ms. Historien von des ehrwürdigen inGott seligen M. Luther Anfang, Lehre :c., durch Magister Mathcsius, 1627,,, 28.
2) Man sehe im zweiten Bande das Kapitel unter der Ueberschrist: Die Bibel.3j ünoe o:ni?n tnil mir griler e»m gimm ckvctissimum tiari mipkret, mitterat-
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