Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
VI
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Calvin sich selbst sein Urtheil. Sein Fanatismus gegen denKatholicismus ging, wie Henry berichtet, so weit, daß er ver-bot, den Kindern den Namen der katholischen Heiligen zugeben.

Bald trat in Frankreich ein Mann aus, von welchem derLobredner Calvin's, selbst ein Calviuist, Paul Henry schreibt:

Er that im höchsten Sinne des Wortes das, was dieKirchenverbefserer bei uns auch hätten thun sollen. Er zeigtuns deutlich, welch' eine schöne Seite auch in der katholischenEntwickelung des Christenthums lag. Dieser Mann war Bin-centius von Paula, durch die Vorsehung berufen, Frank-reich in einer entsetzlich verworrenen Zeit wieder einigermaßenaufzuhelfen. Er war ganz Liebe, und wenn Calvin sich stetsals ernster, strenger Feind des Jrrthums zeigt, sah Vin-centius dagegen über alle Jrrthümer hinweg, wußte nichtsvon Poleniik und suchte nur mit Sanftmuth das Gute zuwirken und zu pflegen, wo er stand.... Der Eine willWahrheit, ohne welche keine Liebe möglich ist, der AndereLiebe, die zur Wahrheit führt."

Ob und in wie fern Calvin ein Feind des Jrrthumswar und die Wahrheit wollte, kann füglich dem Urtheile desLesers gegenwärtiger Schrift überlassen werden.

Vr -Karl Egger,

Domdechant und bischöflicher Offizial.