Die Wissenschaft des sel. Albertus.
383
spricht Albertus auch über die Wirkungsweise der alttcstamentlichenSakramente und speciell von der Frage, ob die Sakramente des altenBundes wenigstens Nachlassung der läßlichen Sünden bewirkt haben.Er verneint dieses, indem er bemerkt: Nun^nnin n Oeo pwocntnur 6i-iriittitnr siirs Arntin. dluillun nuieiri virtnte ^roprin ^rntinm illnsnorninsirtn eontnlsrunt. ibirAv virtuts p»roprin nuin^unrQ ^soontnirrnli^noci enrnvernnt. (ftnni vickstnr ssss evuLLclencluin, nisi per no-eiiieiis, soilioat ^)6r opns o^srnirs.
Damit hat Albertus ausgesprochen, das Wirkende bei den alt-testamentlichen Sakramenten war das Werk des Empfängers, nicht desSakramentes als solchen, während bei den Sakramenten des neuenBundes das Sakrament als solches wirkt. Es lag nahe, nachdemAlbertus jene Weise ganz bezeichnend als wirkend xsr oxus opsrnnserklärt, von den Sakramenten des neuen Bundes dann zu sagen, siewirkten xsr Opus oxarntnin, d. h. als objektiv gesetzt, als etwas, wasgewirkt hat, was den Elementen ihre höhere Kraft gegeben hat. Undso bildete sich sogleich diese letztere Bezeichnung von selbst, und ist ansalle späteren Theologen und sogar in die Entscheidungen des Concilsvon Trient übergegangen *).
Diese Auszüge sind genommen ans dem theologischen System desAlbertus, das Moral und Dogmatik noch verband, lieber die Charakter-eigenthümlichkeiten und die Fülle seiner exegetischen Schriften habe ichfrüher schon die nöthigeu Andeutungen gegeben. Ich bemerke nurnoch, daß Albertus das Prinzip sesthält (Prolog zum Kommentar zurApokalypse), jenes Buch sei für ein heiliges, inspirirtes zu halten,welches die Kirche für ein solches hält. In Bezug ans die Exegeseder Evangelien sucht er öfter die Harmonie scheinbar divergirenderStellen bei den Evangelisten nachzuweisen. Die beiden Genealogiendes Herrn hält er für Stammtafeln des hl. Joseph. Die berühmteStelle von der Ehescheidung (Matth. V.) erklärt er so, daß er jeneEhescheidung nur als solche von Tisch und Bett bestimmt.
Und so haben wir auch einen kurzen Ueberblick über die Leistun-gen des Albertus in dem großen Reiche der Wissenschaft gewonnen.Wir sahen, er hat als Philosoph mit besonderer Vorliebe, mit Rück-sicht auf alle vorausgehenden Forschungen und mit der Leuchte eige-ner Beobachtung die Gebiete aller Naturwissenschaften durchwandert, erhat die Physik, Astronomie, Meteorologie, physikalische Geographie,
1) Vgl. Oomment. aä lidr. IV. 8snt. O. I. art. 9. Und den Artikel Opusopsrntnm von Mattes im Freiburger Kirchenlexikon Bd. VII.