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Kapitel XXXIX.
Dagegen wenn sie etwas befiehlt, was gegen die göttliche Anordnungist, so ist ihr nicht zu folgen, sondern zu widerstehen
Aus der Regel des hl. Benedikt führt er den Satz an: Manmuß dem Vorgesetzten folgen, auch wenn er Unmögliches befiehlt ^).
Non der Gewalt des Papstes spricht Albert in Kürze am Schlüssealso: „Der Papst hat die Fülle der Gewalt, daher ist er der ordent-liche Vorgesetzte aller Menschen, denn er ist an Gottes Statt ansErden
So weit gelangte Albertus in seiner theologischen Summe in derausführlichen, scholastischen Behandlung der katholischen Glaubens - undSittcnwahrheit, im Aufbau jenes großartigen, bis in das Einzelnstegehenden Systems theologischer Wissenschaft, das wir der Scholastikverdanken und das im Kreise der übrigen Wissenschaften fast nicht sei-nes Gleichen hat.
Die beiden andern Bücher über den Erlöser von der Sünde unddie durch ihn gebrachten Güter, sowie über die Sakramente und letz-ten Dinge, hat er nicht mehr vollendet, wie wir früher bereits ange-führt.
Doch hatte er auch die hieher gehörigen fast zahllosen Fragen undschwierigen Untersuchungen schon früher ausgenommen in seinem ge-waltigen Commcntare zu den Sentenzen des Lombarden. Da er sichjedoch hier mehr an die Anschauungen und Aussprüche seines Vor-gängers hält, meistens nur dessen Lehren mit den Doktrinen aller an-dern Autoritäten zu vereinigen strebt, so glaube ich, um so wenigerauch aus diesem Werke besoudre Auszüge geben zu müssen, als wirdes seligen Meisters Anschauungen über das Mysterium der Jncarna-tion, über die Tugenden, über die Sakramente und die letzten Dingeschon aus dem Inhalte andrer Werke in der Darstellung der Le-bensgeschichte großentheils kennen gelernt haben. Nur eine Stellewill ich hervvrheben, weil Albertus durch diese der Schöpfer einestrefflichen Namens, eines terininus teolrnieus, geworden zu sein scheint,der von da in der dogmatischen Theologie eine bedeutende Rolle spielt.Nämlich, wo es sich um die Wirkungsweise der Sakramente handelt,
1) Lumina tlraol. Il, x. 595.
2) Idiä.
3) Idiä. x. 596. Die einzige Stelle in den Schriften des Albertus über dieStellung und Rechte des Papstthums.
4) In den Werken: Nanale, äa euedariotia, äe mulieri lorti, in den Kommen-taren zur heiligen Schrift, im xaraäisus airimas.