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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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384 Kapitel XXXIX.

die Mineralogie, Botanik, Zoologie, Physiologie, Anatomie, Physiog-nomik und Psychologie in umfassender Weise und mit großen, dem Cul-tnrzustand voranscilcndcn Erfolgen bearbeitet. Während er mit nichtminderem Eifer sich dann in die zwischen dem Uebersinnlichen und Sinn-lichen in Mitte stehende Welt der Zahlen versenkte in der Mathema-tik, hat er in der Logik und Metaphysik auch die Welt des Geistes,die Bewegungen und Produkte des denkenden Geistes, die Welt desUebersinnlichen und sein Vcrhältniß zum Sinnlichen zu erforschen undin Schriften darznstellcn sich abgemüht, sowie in der Politik und Ethikdie Erscheinung des Rechts und der Sitte.

Aber über all diesen der bloßen Vernunft entstammenden Wissen-schaften stand ihm die Theologie, die Glanbenswisscnschaft von Gott.Sie war ihm die Königin der Wissenschaften, ihre Anssprüche schienenihm auf unerschütterlichem Felsen begründet, ihre Methode schien ihm siche-rer, ihr Reich herrlicher, ihre Enthüllungen dünkten ihm umfassender, zahl-reicher, himmlischer, als die aller andern Wissenschaften, in ihren unermeß-lichen, wunderbaren Bezirken hat sein Geist am liebsten geweilt undhier die zahllosen Werke über Exegese, Moral, Dogmatik und Ascetikgeschaffen; für sie, zu ihrer Verherrlichung und Vertheidigung hat erwohl zumeist die großen Wanderungen durch die fernen Wclttheilc dernatürlichen Wissenschaften angestellt; seine hier in mühsamen Studienerworbenen Kenntnisse hat er als Beute bann hcimgebracht zur Ver-wendung im Pallaste dieser Königin der Wissenschaften, so daß wirnochmal bestättigt finden die Wahrheit des Satzes: Albertus war derGottfried von Bouillon, der im Kreuzzuge der Wissenschaften des Mit-telalters ruhmvoll vorangegangcn, und das von Heiden, Juden undMuhammedanern besetzte Jerusalem der natürlichen Wissenschaft zuersterstürmt, und in den Besitz der Christenheit, in den Dienst der Kirchegebracht hat.