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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXIX.

Die Einigung von Leib und Seele schildert er so, daß er sagt,sie geschehe durch das molliuirr ooirArueirtiao, welches die Extreme zurKongruenz bringt, das Höchste im Fleische und das Unterste in derSeele. Das Höchste im Fleische ist die Scnsualität (sensnulitns, huuniairiinn iuüuit oorpwri orAniüeo), das Niederste in der Seele ist dieEinbildungskraft ftüruntusticus Spiritus, pui lletort llorinus ssusibilasab orAunis ssnsuuni all uninraur, cpusin prokmt ^Lvieenirn esse oor-porsuirr)ft.

Die 30 Gründe der Araber für die Einheit aller Seelen wider-legt Albertus durch Ausführung von 38 Gcgcugrüuden ft.

Der Leib Adam's im Urzustand war thierisch (uniiriuke) , nichtgeistig, d. h. er bedurfte der Speisen und war zeugend. Diesem Zu-stande war angemessen der Genuß von Früchten und Gemüsen; dochkannte er noch nicht den Fleischgenuß, sondern erst nach der Sünde,als der Leib durch die Sünde schon gestorben war ft."

Der Schlaf Adam's war ein tiefer Schlaf, in dem er das sinn-liche Gefühl verloren und in die Anschauung des Geheimnisses ver-senkt war, wie die Kirche einst aus Christi Seite hervorgehen würde ft."

Bei den Naturgabcn der menschlichen Seele nennt Albertus diesensuulitas, rutio und liberum urbitriuiu und stellt darüber die umfas-sendsten Untersuchungen an.

In Bezug auf die Lehre vom Sündenfall und von seinen Folgenschließt er sich meist der Autorität des hl. Augustinus und des Lom-barden an.

Die Gnade wird also dcfinirt:Die Gnade ist eine Zuständlichkcitund eine Qualität, die den Menschen befähigt zu verdienstlichen Werkenfür das ewige Leben, die Gott uns gibt ohne unsre Mitwirkung, unddie den Willen, ihm zuvorkommend, fähig macht, daß er verdienstlicheWerke ausführcn kann ft."

Die Lehre vom Gewissen ist gleichfalls vollständig erörtert.

Die Svutheresis wird erklärt als eine Seelenkrast, die durch einenHabitus vollkommen ist (poteutiu eorupletu bubitu); als Potenz wird sie

1) 8umrna tlieol. II, x. 378.

2) Idiä. i>. 380 u- ff.

31 Idiä. p. 40t.

4) Idiä. p. 405.

51 Idiä. p. 461. Albertus führt hier auch alle bisherigen Definitionen derGnade an und sucht sie alle zu vereinigen.