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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Die Wissenschaft des sel. Albertus.

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das Geheimniß der Jncarnation erkannt; aber in seiner eigenthümlichenGattung erst, nachdem es geschehen war

Beim Fall der Engel weist Albertus die Ansicht der Manichäer ab,daß der heiße Kampf, den die Apokalypse beschreibt, jener der Engelgegen Gott gewesen; denn dieser sei im Augenblick und ganz leichtdurch Gottes Willen beendigt worden 2).

Als Sünde der Engel wird von Albertus einfach die Hoffahrtangegeben, indem sie Gott gleich zu sehn glaubten. Doch spricht derMeister auch mit sichtbarer Hinneigung von der Annahme des heil.Bernardns, daß Lucifer gewußt, Gott werde sich einst mit einer intel-ligenten Creatur aufs Innigste vereinigen, und in der Meinung, dieseCreatnr könne er allein seyn, habe er sich der Hoffahrt hingegeben ^),seine Schönheit betrachtet und Gott gleich zu seyn geglaubt.

Als Orte, wohin die bösen Engel gefallen, werden die Hölle, dasUnterste (als entsprechendste Strafe der Hoffahrt), und der Luftkreisangegeben, wo ihre Strafe wieder zum Guten, zur Erprobung der Ge-rechten, dienen muß.

Bei der Schöpfnngslehre, welche die umfassendste Deutung desSechstagewerks enthält, erklärt Albert die Worte: Himmel und Erdeso, daß er sagt, sie bedeuten die geistige und materielle Creatnr.

Ebenso:Himmel und Erde sind vor jedem Tag geschaffen wor-den, denn der Tag entsteht durch die Schwingung des Lichts oder derauf- und untergchenden Sonne. Tag (vor dem vierten Tag) heißthier soviel als Zeit, weil der Tag der Haupttheil der Zeit ist Z."

Bei der Frage über den Ursprung der Seele weist Albertus ab,daß sie sei ex trnckuos, nun sx ulin, siout eorpus ex eorpore, sowiedie Präexistenz der Seelen vor dem Körper und erklärt sich mit Ent-schiedenheit dafür, daß jede Seele von Gott geschaffen sei und zwarunmittelbar, weil das Schaffen ein Akt ist, der keiner Creatnr mittheil-bar und nur Gott, dem Schöpfer aller, zukommt. Daß die Eigenschaf-ten der Eltern auf die Kinder sich vererben, komme von der Comple-xion des Körpers. Und das von der Schrift bezeugte Ruhen Gottesbezieht sich aus die Gattungen und Arten, deren noch keine neuen ent-standen. Das sei katholischer Glaube ^).

1) 8ummu Ideal. II, p. 136.

2) Idiä. x. 148.

3) Idiä. p. 142.

4) Idiä. p. 296.

5) Idiä. x. 366 und 368.