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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
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Kapitel XXXIX.

die den Bösen gebührt. Und in dieser Hinsicht versteht man unterVorhcrsehen kein einfaches Schauen, sondern vielmehr eine thätigeKenntniß, die mit Befehl, Anordnung nnd Vorbereitung verbundenist. Und bei diesen Dreien ist das Erste auf keine Weise Ursache deszweiten, das Zweite aber ist Ursache des Dritten; denn bei der Repro-bation verhält es sich in umgekehrter Weise zur Prädestination, welcheein Vorherwissen des Wohlgefallens und eine Bereitung der Gnade inder Gegenwart und der Glorie in der Zukunft ist ff."

Auch in der Theologie spricht Albert vom Fatum, legt ihm aberauch wieder einen ganz christlichen Sinn unter. Er sagt:Das Fatumwird verschieden erklärt; nämlich mit Beziehung auf das, an welchemes sich zeigt, heißt es inhärirende Disposition. Nnd dann mit Be-ziehung auf das, woher cs kommt. Und so sagt Boethius: Das Fa-tum ist der veränderliche Verband und die zeitliche Ordnung dessen,was die göttliche Einfachheit ausznfnhren beschlossen hat. Dem ge-mäß wird das Fatum genannt der Zusammenhang aller Ursachen des-sen, was von der ersten und höchsten Ursache ausgeführt werden soll,bis zur letzten Wirkung. Ganz eigentlich ist also das Fatum die al-len veränderlichen Ursachen nnd geschaffenen Dingen inhärirende Dis-position, durch welche wie durch ein Werkzeug die Providenz Alles anseine Ordnung bindet ff."

Bei der Frage über die Allgegenwart Gottes bespricht Albert auchdie Frage, ob in einem Raume nicht mehrere Engel zugleich seyn kön-nen und sagt:Sie können es nicht, nicht wegen der quantitativenErfüllung des Raumes, sondern wegen der Konfusion der Thätigkei-ten, die eintreten würde, wenn mehrere in einem Raume wären. Nurdem ungeschaffenen Geiste kommt zu, so an einem Orte zu seyn, daßseine Thätigkeiten verschieden bleiben von denen dessen, in welchemer ist ff."

Ebenso verneint er, daß ein Engel zugleich substanziell an meh-reren Orten seyn kann, weil er eine untheilbare Substanz hat ff.

1) 8umma tlleol. p. 366.

2) Idiä. p. 383. Er weist aber hier auch alle Nothwendigkeit ab, daß derMensch jenen Dispositionen folge. Lrraverunt äieeiites, gnoll illas äisxositionesimpoirerent neoessitatein all §aronlla, ^ quaeouirgus gui8 axeret, äs neeosrll-tata tat! et eoaetione ill taooret; enm von necsssitati 8nt>äatur aniirius Irominis,eum sempcr lider sit st llomiirus aetuum anorum, Huia in ip8o S8t Meers, guollvntt vet non Meere.

3) Lunima tlleol. p. 413.

4) Idlll. x. 415.